Nur ein Prozent – und trotzdem ein Viertel der Wirtschaftsleistung. Ausländische Unternehmen in der EU sind selten, aber mächtig.
Obwohl ausländisch kontrollierte Unternehmen in der Europäischen Union eine verschwindend kleine Minderheit darstellen, entfalten sie eine wirtschaftliche Wirkung, die weit über ihr zahlenmäßiges Gewicht hinausgeht. Laut aktuellen Daten aus dem Jahr 2024 befanden sich lediglich ein Prozent aller marktorientierten Unternehmen in der EU unter ausländischer Kontrolle – doch dieser Bruchteil prägt Beschäftigung und Wertschöpfung in einem Ausmaß, das kaum zu übersehen ist.
Innerhalb dieser Gruppe wurden knapp sechs von zehn Unternehmen von Einheiten aus anderen EU-Mitgliedstaaten gesteuert, während die verbleibenden 41 Prozent ihren Ursprung außerhalb der Union hatten. Trotz ihrer geringen Anzahl beschäftigten diese Betriebe insgesamt 16 Prozent aller Erwerbstätigen in der EU und verantworteten 24 Prozent der gesamten Wertschöpfung – ein bemerkenswertes Missverhältnis zwischen Quantität und Bedeutung.
Irlands Sonderrolle
Besonders deutlich zeigt sich dieser Effekt in Irland, wo ausländisch kontrollierte Unternehmen für 72 Prozent der gesamten Wertschöpfung verantwortlich zeichnen. Luxemburg folgt mit 62 Prozent, die Slowakei mit 50 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen, wie stark einzelne Volkswirtschaften strukturell von internationalem Kapital und ausländischen Unternehmensstrukturen abhängen.
Starke Unterschiede
Auch beim Anteil ausländisch kontrollierter Unternehmen an der Gesamtzahl der Betriebe gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. Luxemburg sticht mit einem Anteil von 28 Prozent weit aus dem EU-Schnitt heraus, Estland folgt mit 12 Prozent. In den meisten anderen Ländern liegt dieser Wert bei maximal fünf Prozent.
Am unteren Ende der Skala finden sich Griechenland, Zypern und Italien, wo ausländisch kontrollierte Unternehmen lediglich acht bis zehn Prozent der Arbeitsplätze stellen.