Erstmals seit Jahrzehnten plant das US-Militär eine Hinrichtung: Der wegen des tödlichen Angriffs auf Fort Hood verurteilte Nidal Hasan soll am 3. Dezember durch ein Erschießungskommando hingerichtet werden. Das Pentagon kündigte an, die Vollstreckung live zu übertragen.
Der Fall sorgt in den USA für Diskussionen: Nidal Hasan, ein ehemaliger Psychiater der US-Armee, soll am 3. Dezember 2026 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas hingerichtet werden. Das US-Militär hat den Termin offiziell festgelegt. Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte zudem an, dass die Hinrichtung öffentlich übertragen werden soll.
Hasan hatte am 5. November 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood das Feuer eröffnet und 13 Menschen getötet. Mehr als 30 weitere wurden verletzt. Ein Militärgericht verurteilte ihn im August 2013 zum Tode. Präsident Donald Trump genehmigte die Vollstreckung des Urteils Anfang Oktober 2026.
Hinrichtung soll live übertragen werden
Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte, dass die Öffentlichkeit die Hinrichtung verfolgen können soll. Das Pentagon bestätigte am Donnerstag, dass eine Liveübertragung geplant ist. Weitere Einzelheiten zur Umsetzung wurden zunächst nicht bekannt gegeben.
Hegseth begründete das Vorhaben mit der abschreckenden Wirkung einer solchen Maßnahme. Die Menschen sollten verstehen, dass schwere Verbrechen ernste Konsequenzen hätten. Die geplante Übertragung wirft jedoch Fragen nach der Würde des Verurteilten und dem Umgang mit staatlich vollstreckten Todesurteilen auf.
Rechtliche Fragen bleiben offen
Der Oberste Gerichtshof der USA lehnte Hasans Antrag auf Überprüfung seines Militärgerichtsverfahrens am 31. März 2025 ab. Damit war dieser Teil des Berufungsverfahrens abgeschlossen. Hasan könnte jedoch noch weitere rechtliche Schritte einleiten, die eine Vollstreckung verzögern könnten.
Die letzte Hinrichtung durch das US-Militär fand 1961 statt. Ein Erschießungskommando kam bei einer militärischen Hinrichtung zuletzt 1945 zum Einsatz. Die letzte allgemein öffentliche Hinrichtung in den USA wurde 1936 durchgeführt. Eine Liveübertragung einer staatlichen Hinrichtung wäre nach bisherigen Berichten beispiellos.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält der Fall vor dem Hintergrund der Debatte über Hinrichtungsmethoden in den USA. Ein kürzlich gescheiterter Hinrichtungsversuch im Bundesstaat Tennessee hat die Kritik an der Durchführung von Todesurteilen erneut verstärkt.