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Debatte

„Ekelhaft“: US-Verteidigungsminister will Hinrichtung live übertragen

„Ekelhaft“: US-Verteidigungsminister will Hinrichtung live übertragen
FOTO: EPA
2 Min. Lesezeit |

Ein Livestream, eine Hinrichtung und ein Sturm der Entrüstung, der bis zur UNO reicht.

Die Ankündigung von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, die Hinrichtung des zum Tode verurteilten Nidal Hasan live zu übertragen, hat seit Freitag international für erhebliche Empörung gesorgt. Das Büro des UNO-Menschenrechtsbeauftragten Volker Turk reagierte mit scharfer Kritik: „Die Liveübertragung einer Hinrichtung ist gleichbedeutend mit einer öffentlichen Hinrichtung und würde gegen das absolute Folterverbot verstoßen.“

Breite Ablehnung

Die Ablehnung der Pläne zieht sich quer durch das politische Spektrum – sowohl in den USA als auch auf internationaler Ebene. Der demokratische Senator Chris Murphy zeigte sich fassungslos und stellte die Frage: „Das ist widerlich. Was ahmt er nach? Hinrichtungen durch IS?“ Selbst aus den Reihen der Republikaner kam Widerspruch: Senator Thom Tillis bezeichnete die Idee schlicht als „mehr als ekelhaft“.

US-Präsident Donald Trump, der die Hinrichtung Hasans grundsätzlich befürwortet, hat sich zur Frage eines Livestreams bislang nicht eindeutig positioniert. Der Präsident der US-amerikanischen Bischofskonferenz, Paul Coakley, verurteilte die Pläne als „barbarische Förderung einer Kultur des Todes“.

Hasans Urteil

Nidal Hasan, ein ehemaliger Psychiater der US-Armee, wurde 2013 von einem Militärgericht zum Tode verurteilt – verantwortlich gemacht für ein Massaker im Jahr 2009, bei dem 13 Menschen getötet und 32 weitere verletzt wurden. Die für den 3. Dezember 2026 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas angesetzte Exekution wäre die erste Militärhinrichtung in den Vereinigten Staaten seit 65 Jahren.

Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, dass Präsident Donald Trump am 2. Oktober 2026 die Vollstreckung des Todesurteils gegen Nidal Hasan genehmigt habe; die Entscheidung erfolgte nach Abschluss des Berufungsverfahrens. Nidal Hasan kann weiterhin beim zuständigen Bundesgericht einen Habeas-Corpus-Antrag stellen, der den Vollzug der Hinrichtung verzögern könnte.

Die Hinrichtung soll durch ein Erschießungskommando aus Soldaten erfolgen. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte zudem an, die Exekution öffentlich übertragen zu wollen, damit die Menschen die Konsequenzen derartiger Angriffe sehen könnten.

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KO KOSMO-Redaktion
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