Raketen treffen Kyjiw und Charkiw – doch diesmal fehlte etwas Entscheidendes, das sonst Leben rettet.
Nach einem russischen Raketenangriff auf Kyjiw hat Präsident Wolodymyr Selenskyj scharfe Kritik an den westlichen Verbündeten geübt. Im Mittelpunkt steht dabei das Ausbleiben einer rechtzeitigen Vorwarnung, die nach Einschätzung des Präsidenten entscheidend für den Schutz der Zivilbevölkerung gewesen wäre. Fünf Raketen trafen zivile Infrastruktur in der ukrainischen Hauptstadt, während zeitgleich ein Angriff auf Charkiw vier Menschen das Leben kostete und 41 weitere verletzte.
In einer Mitteilung über den Kurznachrichtendienst Telegram machte Selenskyj unmissverständlich klar, dass die Ukraine diesmal ohne die sonst übliche Unterstützung ihrer Partner auskommen musste. „Zu diesem Angriff gab es leider keine Vorwarnung von unseren Partnern“, erklärte er. Gewöhnlich stützen sich die ukrainischen Streitkräfte auf Aufklärungsdaten des US-Militärs sowie anderer NATO-Mitgliedsstaaten.
Fehlende Vorwarnung
Warum diese Informationen im konkreten Fall ausblieben, wollen die ukrainischen Luftstreitkräfte nun untersuchen. Selenskyj unterstrich dabei die grundsätzliche Bedeutung solcher Daten: „Aufklärungsdaten über den Abschuss russischer ballistischer Raketen helfen dabei, Menschenleben zu retten, und das ist eine der kritischsten Fragen.“
Über die Forderung nach besserer Aufklärung hinaus appellierte der Präsident an Europa und die USA, den Druck auf Russland spürbar zu erhöhen. Die Angriffe bezeichnete er als hinterhältig und mahnte, dass verlässliche Verbündete unverzichtbar seien, um den Frieden voranzubringen. „Aber direkte oder indirekte Unterstützung Russlands […] trägt definitiv nicht zum Frieden bei“, so Selenskyj.
Lage in Charkiw
Besonders dramatisch ist die Lage in Charkiw, wo eine Rakete ein Wohnhaus zerstörte. Die Rettungsarbeiten dauern an.