Die Mieten in Kroatien steigen stark: Im europäischen Vergleich gehört das Land derzeit zu jenen Staaten mit den kräftigsten Zuwächsen. Besonders in Großstädten und an der Adriaküste wird Wohnen immer teurer.
Die Mietpreise in Kroatien sind zuletzt deutlich gestiegen. Nach Eurostat lagen die Mieten im zweiten Quartal 2026 um 22,1 Prozent über dem Jahresdurchschnitt von 2025. Damit verzeichnete Kroatien im EU-Vergleich einen der stärksten Anstiege.
Ein separates Bild des aktuellen Angebotsmarktes liefert das Immobilienportal Nekretnine.hr: Im September 2026 lag der durchschnittlich verlangte Mietpreis landesweit bei 15,33 Euro pro Quadratmeter. Für eine 50 Quadratmeter große Wohnung entspricht das rechnerisch rund 767 Euro monatlich. Gegenüber September 2025 lagen die Angebotspreise laut diesem Datensatz um 3,44 Prozent höher.
Hinzu kommen laufende Nebenkosten, deren Höhe je nach Wohnung, Jahreszeit und Verbrauch unterschiedlich ausfällt. EURES nennt dafür Größenordnungen ab rund 120 Euro pro Monat; im Winter fallen die Kosten in der Regel höher aus als im Sommer.
Europäischer Vergleich
Im EU-Vergleich gehört Kroatien derzeit zu den Ländern mit den stärksten Mietsteigerungen. Beim Vergleich des zweiten Quartals 2026 mit dem Jahresdurchschnitt 2025 lag nur Rumänien mit einem Plus von 41,2 Prozent vor Kroatien mit 22,1 Prozent. Slowenien folgte mit 10,2 Prozent. Die geringsten Anstiege verzeichneten Estland und Finnland mit jeweils 0,1 Prozent sowie Luxemburg mit 1,2 Prozent.
Große regionale Unterschiede
Wie teuer eine Mietwohnung tatsächlich ist, hängt stark vom Wohnort ab. EURES nennt derzeit durchschnittliche Monatsmieten von rund 923 Euro in Zagreb, 904 Euro in Split, 763 Euro in Rijeka und 487 Euro in Osijek. Die Nebenkosten sind darin nicht enthalten.
Besonders hoch ist der Wohnungsdruck in der Hauptstadt sowie in touristisch geprägten Küstenregionen. Die Europäische Kommission verweist darauf, dass Kroatien nur über einen kleinen langfristigen Mietmarkt verfügt und gerade in Zagreb sowie an der Küste eine hohe Nachfrage auf ein begrenztes Angebot trifft. In touristischen Regionen kommt zudem ein hoher Anteil an kurzfristig vermieteten Wohnungen hinzu.
Wohnen wird zum Problem
Die stark gestiegenen Wohnkosten beschäftigen inzwischen auch die kroatische Politik. Mit dem 2026 beschlossenen Gesetz für leistbares Wohnen sollen unter anderem junge Menschen und Haushalte unterstützt werden, die ihren Wohnbedarf auf dem freien Markt nur schwer decken können. Geplant sind zusätzliche leistbare Mietwohnungen sowie die Aktivierung leerstehender Wohnungen.
Wie angespannt die Lage ist, zeigt eine weitere Zahl: Nach aktuellen Angaben der kroatischen Regierung fehlen im Land rund 236.000 Wohneinheiten, um den Bedarf an leistbarem Wohnraum zu decken. Gleichzeitig wird ein großer Teil des bestehenden Wohnungsbestands dauerhaft nicht als Hauptwohnsitz genutzt.