Obwohl die Energiepreise im Großhandel in den letzten Monaten sinken, kritisieren sowohl die Arbeiterkammer (AK) als auch die Regulierungsbehörde E-Control die mangelnde Transparenz und Komplexität der Preissenkungsangebote für Haushalte. Sie bemängeln, dass Preisnachlässe häufig mit Rabatten oder Gratisenergietagen verknüpft sind und Kunden neue Vertragsbindungen eingehen müssen.
Energieversorger bieten nach Ansicht von Christina Brichta-Hartmann, der Energiepreisexpertin der AK, ihren Kunden keine klare Preissenkung an. Sie appellierte im Ö1-Morgenjournal an die Energieunternehmen, „klassische, echte Preissenkungen in Bestandsverträgen durchzuführen“. Laut ihr ist die Situation chaotisch und es gibt keine einheitlichen Preisreduktionen. Einige Anbieter bieten ihren Kunden einen günstigeren Tarif auch ohne Wechsel an, andere allerdings nur bei Abschluss neuer Verträge.
Die AK-Expertin betont, dass die Energiepreise vor der Energiekrise einfach angepasst wurden und die Situation überschaubarer war. „Die Lage war übersichtlich – dahin sollte man zurückkehren“, sagte Brichta-Hartmann. Der Vorstand der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch, äußerte ähnliche Kritik und kritisierte, „dass die Preissenkungen vielfach nur mit Rabatten oder Gratisenergietagen erfolgen würden“.
Willkürliche Rabatte
Auch Urbantschitsch hob das Beispiel von Wien Energie hervor, wo der Energiepreis von 33 Cent pro Kilowattstunde durch Rabatte und „Freitage“ auf 16 Cent sinkt. Dieser Preis sei „durchaus gut“, so Urbantschitsch, „aber alles andere als transparent“. Er warnte zudem, dass der hohe Preis zurückkehren würde, wenn der Rabatt wegfällt: „Würde dieser Rabatt wieder wegfallen, dann kommt man erst recht wieder zurück auf den hohen Preis.“
Rechtsunsicherheit
Zudem spricht Urbantschitsch von einer großen Rechtsunsicherheit im Hinblick auf Preisänderungen. Es sei für die Unternehmen nicht einfach, „einen Weg zu finden, damit man in rechtssicherer Weise die Preise anpasst“, so Urbantschitsch. Dafür seien auch die Kommunikation der Unternehmen und die angebotenen Verträge von Bedeutung.
Die Forderung der Arbeiterkammer, ausschließlich „klassische“ Preissenkungen in bestehenden Verträgen zuzulassen, findet bei Urbantschitsch nur teilweise Zustimmung. Unterschiedliche Preismodelle könnten auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen, argumentiert er.
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Urbantschitsch empfiehlt jedoch den Kunden, Preisvergleiche durchzuführen, zum Beispiel mit dem Tarifkalkulator der E-Control. „Die beste Möglichkeit, die Energieunternehmen zu mehr Transparenz und zu guten Preisen zu bringen, besteht einfach darin, dass man schaut: Was wird denn am Markt sonst angeboten? Und man eben den Lieferanten sonst wechselt.“, erklärt der Vorstand der E-Control.