In Desenzano, einer Gemeinde am Gardasee, wird Enzo Fattori, lokaler Rentner und passionierter Müllsammler, wegen seiner selbstlosen Aktionen mit einer Geldbuße belegt. Diese Entscheidung sorgt landesweit für Aufruhr und Unverständnis und löst eine enorme Solidaritätswelle aus.

Dem Müll den Kampf angesagt
Seit 30 Jahren ist Enzo Fattori, von vielen liebevoll „Racmen“ genannt, der selbsternannte Hüter der Sauberkeit am Gardasee. Sein Engagement ist legendär und reicht bis zum Aufsammeln von Kuriositäten wie Unterhosen und Bikinis. „Plastik stört mich am meisten“, erklärt Fattori, der ohne jegliche Gegenleistung tätig ist und bis vor kurzem auch ohne Hindernisse seiner Mission nachgehen konnte. Doch nun wurde ihm durch eine strenge Verordnung das Sammeln untersagt – eine Maßnahme, die ihn und seine Unterstützer vor den Kopf stößt.
Munitionsfund
Die Gemeinde Desenzano sah sich gezwungen, das Sammeln am Strand zu verbieten, nachdem bei Bauarbeiten Munition im Wasser gefunden wurde. Die gefährlichen Überbleibsel aus den Weltkriegen sind der Grund für diese drastische Regelung. Doch betont der Gemeinderat Stefano Terzi, dass bei der Durchsetzung der Verordnung Augenmaß bewahrt werden müsse. „Die, die aufräumen, sind nicht das Problem“, so Terzi.
Spendet Funde
Enzo Fattori, der sogar noch Gutes tut und brauchbare Fundstücke spendet, steht nach einer Geldstrafe von 500 Euro ungläubig da. Über soziale Medien macht er seinem Unmut Luft: „So kann man nichts machen: Man kann kein Papier, kein Glas, kein Plastik mehr sammeln.“ Sein Appell hat eine emotionale Reaktion ausgelöst, und es zeigt sich, dass die Gemeinschaft hinter ihrem „Racmen“ steht.
Solidarität
Die Nachricht von Fattoris Strafzettel verbreitete sich wie ein Lauffeuer, und von überall her bekundeten Menschen ihre Unterstützung. „Unglaublich, er sollte belohnt werden“, äußert sich ein User im Internet. Die Geschichte hat bereits landesweite Aufmerksamkeit erregt und sogar die großen Medien wie den „Corriere della Sera“ erreicht.
In einer Zeit, in der Umweltschutz und ehrenamtliches Engagement immer wichtiger werden, wirft dieser Fall Fragen auf, die weit über die Grenzen von Desenzano hinausgehen. Der Gardasee hat viele Herausforderungen zu bewältigen, aber vielleicht ist die größte davon, wie man mit denen umgeht, die bereit sind, sich für unsere Umwelt zu engagieren.
