Die Sorge um das Suchtrisiko bei Kindern ist ein Alptraum für jede Familie. Doch es gibt Hoffnung und bewährte Strategien, um den Nachwuchs zu schützen und zu stärken.

Alkoholvergiftung mit 11 Jahren, Heroinmissbrauch mit 14, lebensbedrohliche Drogenkombinationen mit 16: Laut aktuellen Statistiken, von Kärnten über Wien bis Südtirol, werden Drogenkonsumenten immer jünger. Die Drogenberichte für das Jahr 2023 zeigen eine besorgniserregende Entwicklung: Die Zahl der tödlichen Überdosierungen steigt, insbesondere bei jungen Menschen – mehr als ein Viertel der Todesfälle betrifft Personen unter 25 Jahren.
Warum greifen Kinder und Jugendliche zu Drogen? Wie entwickelt sich bei manchen eine Abhängigkeit? Wie kann man junge Menschen vor Sucht schützen? Wie sollten Eltern das Thema Drogen mit ihren Kindern besprechen, und welche Rolle sollte die Schule dabei spielen? Welche Fähigkeiten müssen junge Menschen heutzutage erwerben, um in einer Gesellschaft, in der Nikotin die häufigste Droge ist und in der Alkohol weit verbreitet ist, zurechtzukommen und einen verantwortungsvollen Umgang mit Suchtmitteln zu erlernen?
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Wie verhindert man, dass Kinder Drogen konsumieren?
Eltern fühlen sich oft ratlos, wenn es darum geht, ihre Kinder vor Drogenmissbrauch zu schützen. Harvey Milkman, ein erfahrener Psychologe, hat in Island ein Programm entwickelt, das isländische Teenager zu den saubersten Europas machte, so ein Bericht des SPIEGEL, der ein Interview mit Milkman führte. Sein Ansatz besteht darin, Kinder und Jugendliche durch „Natural Highs“ – natürliche Glücksmomente – von Drogen fernzuhalten.
Milkman betont, dass Aktivitäten wie Sport, Theater und Musik die Ausschüttung von Dopamin fördern und so ein „Natural High“ erzeugen, das den Bedarf an Drogen reduziert. In Island wurde Milkmans Forschung in die Praxis umgesetzt. Durch Freizeitgutscheine und nächtliche Ausgangssperren für Jugendliche unter 16 Jahren konnte der Drogenkonsum deutlich gesenkt werden. Eltern wurden ermutigt, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen und sie zu unterstützen.
Was können Eltern tun?
Eltern sollten als Vorbilder dienen und einen verantwortungsvollen Umgang mit Suchtmitteln vorleben. Eine enge Beziehung zu den Kindern, offene Kommunikation und gemeinsame Aktivitäten sind essenziell, um sie zu stärken und sie darin zu unterstützen, „Nein“ zu Drogen zu sagen. Die Pubertät ist eine Zeit des Experimentierens, in der es zu Konflikten kommen kann. Experten raten, frühzeitig professionelle Unterstützung zu suchen, etwa bei Kinder- und Jugendärzten oder Familienberatungsstellen.
Es gibt klare Anzeichen, die auf Drogenkonsum bei Jugendlichen hindeuten könnten, darunter Verhaltensänderungen, körperliche Symptome, Persönlichkeitsveränderungen und finanzielle Schwierigkeiten. Eltern sollten wachsam sein und bei Verdacht das Gespräch mit ihren Kindern suchen.
Service
Österreichische ARGE Suchtvorbeugung: Informationen und Kontaktadressen zu Fachstellen in allen Bundesländern. Bei den Fachstellen gibt es dann auch mehrsprachiges, vielfältiges Informationsmaterial wie zum Beispiel Wie schütze ich mein Kind vor Sucht? Ein Handbuch für Eltern
Feel ok
Alkcoach
can reduce
genug gespielt
Sucht- und Drogenkoordination Wien
Suchthilfe Wien
Checkit! – Kompetenzzentrum für Freizeitdrogen
AKH Drogenambulanz
Suchtberatung, Suchtbehandlung Wien
Familienberatungsstellen
Grundlagen Sucht und Prävention im Kindes- und Jugendalter
Informationen und Kontaktadressen findet ihr im Öffentlichen Gesundheitsportal beispielsweise
für Kinder und Jugendliche
Drogen und Sucht: Berichte und Statistiken
Gesundheit Österreich – u.a. Drogenberichte 2023
