Der Online-Versandgigant Amazon sorgt erneut für Unmut unter seinen Kunden. Ab dem 25. April gelten neue Rückgabebedingungen, die vor allem treue Prime-Kunden verärgern könnten. Statt der bisherigen 30 Tage Rückgabefrist werden nun nur noch 14 Tage gewährt.
Besonders betroffen von dieser Änderung sind Produktgruppen wie Elektroartikel, Videospiele, Blu-Ray-Filme, Musik-CDs und Schreibwaren. Wer sich entscheidet, diese Artikel zurückzuschicken, hat ab April nur noch zwei Wochen Zeit, um dies zu tun. Eine deutliche Verschlechterung des bisherigen Services, der gerade bei Prime-Kunden, die monatlich 8,99 Euro für den Service zahlen, auf wenig Gegenliebe stoßen dürfte.
Verkürzung der Rückgabefrist
Die neue Regelung hat jedoch auch Ausnahmen. Elektroartikel der Amazon Fire-Serie sowie wiederaufbereitete Elektroartikel aus dem Sortiment „amazon renewed“ bleiben von der Verkürzung der Rückgabefrist ausgenommen. Diese können weiterhin innerhalb von 30 Tagen zurückgeschickt werden.
Neben der Verkürzung der Rückgabefrist müssen Prime-Kunden seit dem 5. Februar mit weiteren Veränderungen leben. Nun werden ihnen bei Prime Video Werbeeinblendungen angezeigt, trotz des bezahlten Abos. Wer auf die Werbung verzichten möchte, muss zusätzlich 2,99 Euro zahlen.
Auf Nachfrage des Spiegel betonte ein Amazon-Sprecher, dass die Informationen zum Rückgaberecht und zum Rückgabedatum weiterhin deutlich unter dem Produktpreis gekennzeichnet sein werden.
Gründe für Änderung
Die Gründe für die Änderungen bei Amazon sind unklar. Es kann lediglich spekuliert werden, dass der Online-Versandhändler durch die Verkürzung der Rückgabefristen Kosten einsparen möchte. Gerade bei teuren Elektroartikeln könnten die Verluste durch Retouren hoch ausfallen.
Der Blick richtet sich nun auch auf die Konkurrenz. Unternehmen wie Cyberport, Digitalo oder Otto bieten bisher ebenfalls eine Rückgabefrist von 30 Tagen an. Ob sie nachziehen und ihre Rückgabefristen ebenfalls verkürzen, bleibt abzuwarten. Sollte dies der Fall sein, könnte dies einen Trend setzen, der weitreichende Auswirkungen auf die Rechte von Online-Käufern haben würde.
