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AMS-Budget vor drastischen Kürzungen

(FOTO: iStock)
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Das Arbeitsmarktservice (AMS) ist ein bekannter Vermittler zwischen der Wirtschaft und den Arbeitnehmern. Dieses Spannungsfeld ist nicht immer leicht zu navigieren, wie der öffentlich gemachte Wut-Brief eines mutmaßlichen Zahnärzte-Paares auf Twitter durch AMS-Chef Johannes Kopf deutlich machte. Nun gerät das AMS aus einem ernsteren Grund in die Schlagzeilen.

Das Dienstleistungsunternehmen erwartet für 2024 “aus kaufmännischer Vorsicht ein deutlich reduziertes Förderbudget” für die aktive Arbeitsmarktpolitik. Das AMS führte auf APA-Anfrage aus, dass diese Prognose vor allem darauf zurückzuführen sei, dass “heuer die Sondermittel der Aktion Sprungbrett oder auch des Stabilitätspakts ausliefen.” Darüber hinaus führt die Inflation und die gestiegenen Lohnkosten dazu, dass die Planung von Ausbildungsplätzen “deutlich redimensioniert” werden muss.

Dieser potenzielle Rückgang des AMS-Budgets ab 2024 führt bereits zu heftigen Diskussionen in Tirol. ÖVP-Klubchef Jakob Wolf und SPÖ-Klubobfrau Elisabeth Fleischanderl äußerten am Montag scharfe Kritik an den möglichen Kürzungen. Sie appellieren mit einem dringlichen Antrag im Tiroler Landtag an die türkis-grüne Bundesregierung, von Reduktionen im Förderbudget Abstand zu nehmen.

Wolf und Fleischanderl prognostizieren eine Reduktion der Fördermittel in Höhe von ca. 7,3 Millionen Euro für das AMS Tirol im Jahr 2024. Sie warnen, dass durch diese Kürzungen auch Projekte gefährdet seien, “die Menschen mit Handicap auf dem Arbeitsmarkt integrieren sollen.”

Die Fundamente für das AMS-Förderbudget im nächsten Jahr werden im Rahmen der Budgetverhandlungen zwischen den verschiedenen Ressorts und dem Finanzminister im Spätsommer und Frühherbst festgelegt. “Danach entscheidet der AMS-Verwaltungsrat bis Dezember über die Schwerpunkte und Verteilung auf die Bundesländer”, heißt es weiter.

Angesichts der angespannten Situation bleibt abzuwarten, wie die Situation sich weiterentwickelt und welche Auswirkungen die potenziellen Kürzungen auf die aktive Arbeitsmarktpolitik haben werden.