Kein Fenster, kein Tageslicht, kaum Essen – was Marko Arnautovic in China durchlebte, hinterließ tiefe Spuren.
Marko Arnautovic hat offen über eine der dunkelsten Phasen seiner Karriere gesprochen. In einem Podcast von ServusTV schilderte Österreichs Rekordnationalspieler, wie ihn die Pandemiejahre während seiner Zeit bei Shanghai SIPG – wo er von 2019 bis 2021 unter Vertrag stand – psychisch an seine Grenzen brachten. „Ich bin dann in so eine Depression reingekommen“, sagte Arnautovic. Das sei schlimm gewesen.
Quarantäne als Auslöser
Der Auslöser waren die Quarantänebedingungen bei jeder Einreise nach Shanghai. Kein Fenster, keine Handtücher, kaum Essen – und das über jeweils zwei Wochen. „Ich hatte kein Fenster. Ich hatte keine Handtücher für zwei Wochen. Das Essen, was du bekommst, das ist gar nichts“, berichtete Arnautovic. Es sei der Horror gewesen.
Dreimal habe er diese Prozedur durchlaufen müssen. Was ihn in dieser Zeit aufrecht hielt, waren die Gespräche mit seiner Frau und seiner Familie. Medikamente lehnte er dabei konsequent ab. „Ich habe nie Tabletten genommen für irgendwelche Depressionen. Ich habe Angst vor Tabletten, vor so was“, so Arnautovic.
Rückkehr nach Europa
Als das Angebot des FC Bologna auf den Tisch kam, war die Entscheidung für ihn keine Frage mehr. Die Abwägung zwischen Geld und Lebensqualität fiel eindeutig aus. „Irgendwann habe ich gesagt: Ist es das wert für das Geld und dass ich mein Leben so wegschmeiße und dass ich nicht mit meiner Familie sein kann?“
Seiner Frau gegenüber habe er sofort klargemacht, dass er zurückkomme. „Nein, ich kann nicht mehr. Ich kann nicht mehr. Ich bin depressiv. Ich habe keinen Spaß mehr.“