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Zuwanderung

Aus diesen Ländern kommen die meisten Migranten in Österreich!

Aus diesen Ländern kommen die meisten Migranten in Österreich!
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4 Min. Lesezeit |

Österreichs Bevölkerung wächst nur durch Zuwanderung, während drei Viertel der Zugewanderten eine emotionale Bindung zum Land entwickeln. Die Zahlen zeichnen ein differenziertes Bild.

Bei der Präsentation des statistischen Jahrbuchs zu Migration und Integration 2025 haben Integrationsministerin Claudia Plakolm (ÖVP) und Stephan Marik-Lebeck von der Statistik Austria aktuelle Entwicklungen vorgestellt. Die Daten zeigen, dass inzwischen 27,8 Prozent der österreichischen Bevölkerung einen Migrationshintergrund aufweisen – ein kontinuierlicher Anstieg seit 2015, als dieser Wert noch bei 21,4 Prozent lag. Demografisch betrachtet wächst Österreichs Einwohnerzahl seit Jahrzehnten ausschließlich durch Zuwanderung. Ohne diesen Faktor würde die Bevölkerungszahl aufgrund negativer Geburtenbilanzen langfristig auf das Niveau der 1950er-Jahre zurückfallen. Bemerkenswert ist zudem, dass drei Viertel der im Ausland geborenen Menschen nicht nur in Österreich leben, sondern sich laut Statistik Austria dem Land auch zugehörig fühlen.

Die Migrationserhebung 2025 untersuchte auch, wie Menschen mit und ohne Migrationshintergrund Integrationsprozesse wahrnehmen. Konkret wurde das Zugehörigkeitsgefühl von Zugewanderten erfasst, wobei 75,7 Prozent angaben, sich Österreich verbunden zu fühlen. Besonders ausgeprägt ist diese Bindung bei Menschen aus Syrien (83,6 Prozent), Bosnien und Herzegowina (79,8 Prozent) sowie Somalia (78,3 Prozent). Die geringste Verbundenheit zu Österreich empfinden Menschen aus der Ukraine (64,7 Prozent).

Parallel dazu wurde die Verbindung zum Herkunftsland erhoben: Knapp die Hälfte (46,6 Prozent) der im Ausland Geborenen fühlt sich weiterhin mit dem Ursprungsland verbunden – besonders stark ausgeprägt bei Menschen aus der Ukraine (59,4 Prozent) und Somalia (52,2 Prozent). Ein Viertel (25,1 Prozent) der Befragten empfindet hingegen keine Verbundenheit mehr mit dem Herkunftsland, wobei dieser Anteil bei Menschen aus Afghanistan (37,2 Prozent) und der Russischen Föderation (32,0 Prozent) überdurchschnittlich hoch ist.

Sprachgebrauch im Alltag

Die Erhebung beleuchtete auch den Sprachgebrauch in verschiedenen Lebenssituationen. Im häuslichen Umfeld kommunizieren 45,1 Prozent der befragten Zugewanderten überwiegend oder ausschließlich in ihrer Herkunftssprache, während nur 16,4 Prozent zu Hause hauptsächlich Deutsch sprechen. Im Freundeskreis zeigt sich ein anderes Bild: Hier verwenden 30,0 Prozent überwiegend oder ausschließlich die deutsche Sprache, während 48,7 Prozent Deutsch in Kombination mit einer anderen Sprache nutzen. Lediglich 21,2 Prozent kommunizieren mit Freunden hauptsächlich in ihrer Herkunftssprache.

Zum Stichtag 1. Jänner 2025 lebten in Österreich 1.855.400 Menschen mit nichtösterreichischer Staatsbürgerschaft. Die größte Gruppe bilden deutsche Staatsangehörige (239.500), gefolgt von rumänischen (155.700), türkischen (124.800) und serbischen Staatsbürgern (122.500). Auf den Plätzen fünf bis zehn folgen Personen aus Ungarn, Kroatien, Syrien, Bosnien und Herzegowina, der Ukraine und Polen.

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Regionale Verteilung der Migration

Bemerkenswert sind die deutlichen regionalen Unterschiede bei der Verteilung der zugewanderten Bevölkerung. Wien weist mit 40,2 Prozent den höchsten Anteil an im Ausland geborenen Personen auf, während das Burgenland mit 13,5 Prozent den niedrigsten Wert verzeichnet. Besonders Menschen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak konzentrieren sich in der Bundeshauptstadt – mehr als die Hälfte dieser Bevölkerungsgruppen lebt in Wien. Generell zeigt die Erhebung ein deutliches Stadt-Land-Gefälle: Während 43 Prozent der in Österreich geborenen Bevölkerung in Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern leben, trifft dies nur auf 18 Prozent der zugewanderten Bevölkerung zu.

Politische Bewertung

Seit Anfang 2020 verzeichneten die Gruppen aus der Ukraine (+76.300), Syrien (+53.300), Deutschland (+39.500), Rumänien (+32.300) und Kroatien (+25.800) die stärksten absoluten Zuwächse. Integrationsministerin Plakolm interpretiert die aktuellen Zahlen als Trendwende in der Migration. „Das ist auch gut so. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Asylanträge rückläufig“, betont die ÖVP-Ministerin.

Diese Entwicklung schaffe notwendigen Spielraum, um eine Überlastung der Systeme zu vermeiden. In diesem Zusammenhang verweist sie auch auf den gestoppten Familiennachzug: „Mit jedem weiteren Asylnachzug sinkt die Wahrscheinlichkeit gelungener Integration“, stellt Plakolm klar. „Wir können und wollen nicht mehr Menschen aufnehmen.“

Als positiv bewertet die Ministerin, dass sich zunehmend mehr Zugewanderte mit Österreich identifizieren. Sie schränkt jedoch ein: „Aber es gehört mehr dazu. Menschen, die zu uns kommen, müssen auch arbeiten und unsere Gesetze und Werte akzeptieren.“ Handlungsbedarf sieht Plakolm bei den Wertekursen, da jeder fünfte Teilnehmer nicht erscheine.

„Sanktionen sind hier notwendig. Jeder leere Platz kostet Geld“, unterstreicht die ÖVP-Politikerin abschließend.

Asyltrend 2025 rückläufig

Die aktuellen Daten zeigen einen deutlichen Rückgang bei den Asylanträgen. Im Jahr 2025 wurden bislang nur 7.499 Anträge gestellt, was einem markanten Minus von 36 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht. Bei der Analyse der Herkunftsländer zeigt sich, dass die meisten Asylsuchenden aus Afghanistan (36 Prozent), Syrien (26 Prozent) und Somalia (6 Prozent) stammen. Auffällig ist auch die Zusammensetzung der Antragstellenden: Nur 8 Prozent der Anträge