Start NEWS PANORAMA Balkanland ist neuer Corona-Hotspot Europas
7.000 NEUINFEKTIONEN TÄGLICH

Balkanland ist neuer Corona-Hotspot Europas

(FOTO: zVg.)

Mit täglich rund 7.000 Neuinfizierten und knapp 50 Toten ist Serbien der neue Hotspot in Europa. Serbische Ärzte klagen über volle Krankenhäuser und fordern einen kompletten Lockdown.

Vor kurzem galt Serbien noch als Vorreiter im Kampf gegen das Coronavirus. Zu Beginn der Pandemie wurde ein harter Lockdown verhängt, der auch von der Polizei und dem Militär kontrolliert wurde. Auch in Sachen Impfung galt das Balkanland im Februar noch als europäischer Vize-Meister: Während die Europäische Union damals mit Lieferengpässen und damit verbundenen Verzögerungen bei den nationalen Impfplänen zu kämpfen hatte, wurden in Serbien zu dem Zeitpunkt mehr als 470.000 Personen gegen Covid-19 geimpft. Man setzte auf Impfstoffe von AstraZeneca, Biontech und Impfstoffen aus China und Russland zugleich. Doch in der Zwischenzeit ist ein starker Rückgang beim Impffortschritt im Land zu verzeichnen: Gerade mal 42 Prozent der Serben sind komplett geimpft.

7.000 Neuinfizierte täglich
Serbien verzeichnet mit seinen knapp sieben Millionen Einwohnern mittlerweile rund 7.000 Neuinfektionen pro Tag. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl ist das Balkanland damit negativer Spitzenreiter Europas. Und auch die Zahl der Todesfälle in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus steigt seit Ende August stetig an. Seit 24. September meldete Serbien täglich über 40 Todesfälle. Zum Vergleich waren es im selben Zeitraum in Österreich nie über 15 Todesfälle.

Ärzte klagen über volle Krankenhäuser
Mediziner der Ärztevereinigung „Vereinigt gegen Covid“ klagten erst kürzlich über „volle Spitäler. Es gäbe keine Plätze an den Beatmungsgeräten mehr. Betroffene müssen die ganze Nacht vor den Krankenhäusern auf ihre Aufnahme warten. Und aufgrund des Ärztemangels müssten selbst Gynäkologen, Psychiater oder Arzthelfer auf Covid-Sonderstationen eingesetzt werden.

Hauptproblem: Große Impfskepsis
Die steigenden Infektionszahlen und der Kollaps in den Spitälern ist vor allem auf die Impfunwilligkeit der serbischen Bevölkerung zurückzuführen. Aktuell sind gerade einmal 42 Prozent vollständig immunisiert. Selbst Geldprämien oder Einkaufsgutscheine konnten die skeptischen Serben nicht zu einer Impfung bewegen. Ein Grund dürfte das stetige Misstrauen der Bevölkerung in die Regierung sein. Aber auch der Glaube an angebliche Naturheilrezepte und Wundermittel ist weit verbreitet. Selbst viele Mediziner glauben.

Um die Katastrophe abzuwenden, fordert der Ärzteverband nun einen kompletten Lockdown von mindestens vier Wochen. Doch die serbische Regierung zeigt sich nicht bereit, einen solchen Schritt zu gehen: „Ich glaube nicht an die gleichen Maßnahmen, wie wir sie vor den Impfstoffen gehabt haben“, meinte etwa Regierungschefin Brnabić. Eine Impfpflicht wolle man jedoch derzeit auch nicht umsetzen.

Quellen und Links:

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