Maskierte Bankräuber überraschen schlafende Maturanten nach ihrem Streich. Nach einer gescheiterten Automatensprengung rauben sie ein Fluchtauto – mit dramatischen Folgen.
In der Nacht auf Freitag ereigneten sich auf dem Parkplatz des Realgymnasiums Gmunden erschreckende Vorfälle. Mehrere Maturanten, die nach ihren Maturastreichen in ihren Fahrzeugen übernachteten, wurden von vier maskierten Personen überrascht. Die Unbekannten hatten zuvor einen Geldautomaten im nahegelegenen Einkaufszentrum SEP gesprengt und benötigten nach dem Ausfall ihres Fluchtfahrzeugs dringend ein Ersatzauto, weshalb sie die geparkten Wagen der Schüler ins Visier nahmen.
Die Täter entdeckten zunächst drei schlafende Schülerinnen in einem der Fahrzeuge und zwangen sie, das Auto zu verlassen. Geistesgegenwärtig versteckte die Fahrzeugbesitzerin die Autoschlüssel, bevor sie mit ihren Freundinnen flüchten konnte. Bei einem zweiten Fahrzeug waren die Angreifer erfolgreicher: Sie bedrohten zwei männliche Maturanten mit einem Messer und setzten Pfefferspray ein, wodurch sie die Herausgabe der Schlüssel für den VW Tiguan erzwangen.
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Flucht und Brandstiftung
Nach dem Raub des SUV setzten die vier Kriminellen, die bei ihrer Bankomatsprengung keine Beute erlangt hatten, ihre Flucht fort. Das Fahrzeug trug vermutlich niederländische Kennzeichen. Am selben Tag gegen 22:15 Uhr wurden Feuerwehrkräfte aus vier Gemeinden zu einem Waldbrand in Aichkirchen im oberösterreichischen Bezirk Wels-Land alarmiert, wo sie den gestohlenen VW Tiguan in Flammen vorfanden.
Die Polizei führte anschließend eine umfassende Spurensicherung durch und ließ das ausgebrannte Wrack aufwendig aus dem Waldstück bergen.
Am Freitag bestätigte sich, dass es sich bei dem ausgebrannten Fahrzeug tatsächlich um den geraubten Wagen handelte. Der Fundort lag lediglich 27 Kilometer vom Tatort in Gmunden entfernt.
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Teil einer größeren Serie?
Laut Landeskriminalamt Oberösterreich könnte der Vorfall Teil einer besorgniserregenden Entwicklung sein. In Oberösterreich wurden im Jahr 2025 bereits 20 Bankomatsprengungen registriert – ein Allzeithoch laut aktuellen Polizeidaten. Die Ermittler prüfen einen möglichen Zusammenhang zu einer europaweit agierenden Tätergruppe, die häufig mit niederländischen Kennzeichen operiert.
Diese Bande wurde in den vergangenen Monaten auch in Bayern und Slowenien vermehrt aktiv und setzt die Verwendung ausländischer Autokennzeichen gezielt zur Verschleierung ihrer Fluchtrouten ein. Kriminologen vermuten hinter den koordinierten Einbrüchen ein organisiertes Netzwerk. Die Ermittlungen dauern an.