Italiens Strände werden rauchfreier – und wer dagegen verstößt, zahlt drauf. Ab April gelten neue Regeln, die es in sich haben.
Wer in Italien raucht, muss künftig noch stärker auf den richtigen Ort achten – besonders in touristisch frequentierten Küstenregionen. Mit dem 1. April tritt rund um Rom ein vollständiges Rauchverbot an den Stränden in Kraft, das die gesamte Küstenlinie von Ostia bis Capocotta umfasst. Die Regelung verfolgt das Ziel, Umwelt und Gesundheit der Bevölkerung gleichermaßen zu schützen. Parallel dazu führen mehrere Städte entlang der Adria vergleichbare Vorschriften ein, die ebenfalls mit empfindlichen Geldstrafen verbunden sind.
Italiens Rauchgesetze
Dabei gehört Italien bereits seit Jahren zu den Ländern mit den restriktivsten Rauchgesetzen Europas. Schon seit 2003 ist das Rauchen in öffentlichen Gebäuden, Büros, Gastronomie- und Hotelbetrieben sowie Diskotheken grundsätzlich untersagt – Ausnahmen bestehen nur dort, wo vollständig abgetrennte Raucherzonen mit funktionierender Belüftung vorhanden sind. Nach Ablauf einer Übergangsfrist wurde dieses Verbot ab 2005 ohne Einschränkungen durchgesetzt.
Die bisherigen Regelungen greifen sowohl in geschlossenen öffentlichen Räumen als auch in bestimmten Außenbereichen – darunter Parks, Bushaltestellen, Spielplätze und Krankenhausgelände. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 275 Euro. Befinden sich Kinder oder schwangere Frauen in unmittelbarer Nähe, kann sich die Strafe auf bis zu 550 Euro verdoppeln.
Kultureller Wandel
„Es handelt sich um eine wichtige Maßnahme, die in Richtung Umwelt- und Gesundheitsschutz geht, insbesondere in einem Kontext wie den Stränden von Lido di Ostia, die vor allem im Sommer von Tausenden Bürgern und Touristen besucht werden“, erklärte Nando Bonessio, Stadtratsmitglied in Rom und Vertreter der linksgrünen Partei Alleanza Verdi Sinistra (Grüne und Linke Allianz).
Flankiert wird die neue Regelung von einer breit angelegten Aufklärungskampagne mit mehrsprachiger und gut sichtbarer Beschilderung. „Es geht nicht nur darum, ein Verbot einzuführen, sondern einen kulturellen Wandel zu fördern, der darauf abzielt, die Umwelt zu schützen, die Verschmutzung durch Zigarettenstummel zu reduzieren und die Gesundheit der Bürger – insbesondere der Schwächsten – zu sichern“, so Bonessio.