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KLINIK IN TEXAS

Betrunkener Patient behauptet nichts getrunken zu haben

(Foto: iStock/Ivan-balvan)

Ein älterer Mann aus Texas in den USA suchte die Notfallambulanz auf, weil er an Schwindel und Übelkeit litt. Obwohl der Mann keinen Tropfen Alkohol konsumiert hatte, machten die Mediziner einen Alko-Test – und erlebten einen Schock.

Wenig überraschend zeigte der Alkoholtest 0,37 Prozent Alkoholgehalt im Blut, das ist fast der fünffache Höchstwert für das Lenken von Fahrzeugen in Texas, berichten die Medien.

Die Geschichte hatte allerdings einen Haken: der Mann gab an, an dem Tag gar keinen Alkohol konsumiert zu haben.

„Er schien völlig willkürlich betrunken zu werden, sonntags nach der Messe oder einfach so, ohne Grund“, sagte Barbara Cordell, Dekanin des Panola Medical College in Texas.

“Seine Frau war dermaßen schockiert, dass sie immer einen Alko-Test bei sich hatte”, fügte die Medizinerin hinzu.

Barbara Cordell und Justin McCarthy, Gastroenterologe aus Lubbock in Texas, wollten der Sache auf den Grund gehen.

Ein Team ging die persönlichen Sachen des Patienten auf der Suche nach alkoholhältigen Getränken durch, und er Mann wurde zur Beobachtung 24 Stunden in einem Krankenzimmer isoliert. Er bekam eine Kost, die reich an Kohlenhydraten war, und sein Alkkoholgehalt im Blut wurde laufend gemessen. Auf einmal stiegen die Werte auf 0,12 Prozent an.

Die beiden Mediziner Cordell und McCarthy stellten die Ursache fest: überhöhte Mengen an Backhefe im Darm des Patienten. Der Darmtrakt des Mannes verwandelte sich in eine Gärstube, die Backhefe fermentierte den Zuckergehalt aus der Nahrung in Ethanol, welches die „Betrunkenheit“ beim Patienten auslöste. Der Patient hatte eine von den Bakterien des Stamms Saccharomyces cerevisiae verursachten Darminfekt. Jedes Mal, wenn er stärkehaltige Lebensmittel zu sich nahm, Gebäck, Nudeln oder sogar Saft, wurde er „betrunken“. Der Verdauungstrakt des Mannes gärte seinen eigenen Alkohol.

Cordell und McCarthy haben vor ein paar Monaten den Fall als „Syndrom der Alkoholgärung“ im internationalen Journal of Clinical Medicine vorgestellt. Backhefe ist in vielen Lebensmitteln enthalten, einschließlich Brot und Gebäck.

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