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Mehrwertsteuer: Bosnien als „Shopping Mekka“ für Nachbarländer

Die Nachbarländer Bosnien-Herzegowinas kommen immer öfter zum Einkaufen. (Foto: zVg.)

Die grenzüberschreitenden Einkäufe der Nachbarländer in Bosnien-Herzegowina haben im Vergleich zum Vorjahr stark zugenommen. Im ersten Halbjahr haben ausländische Staatsbürger Waren im Wert von 29 Millionen Euro aus Bosnien-Herzegowina exportiert.

Ausländische Staatsbürger haben innerhalb der letzten acht Monate mehr Geld in Bosnien-Herzegowina ausgegeben, als im gesamten Jahr zuvor. Das meiste Geld floss in die Gemeinden Orasje, Velika Kladusa und Brcko, wie bosnische Medien berichten. Wie viele fremde Staatsbürger Geld in Bosnien und Herzegowina ausgeben haben, geht aus der Statistik der Anträge auf Rückerstattung der Mehrwertsteuer hervor. So wurden vom Januar bis August insgesamt 196.726 Anträge, in Höhe von 4,2 Millionen Euro, eingereicht.

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Zahnbehandlungen, Frisuren, Benzin, Zigaretten, Kleidung und Medikamente sind nur einige der Dinge, weshalb Kroaten das Nachbarland Bosnien immer häufiger besuchen.

 

Nach Angaben der Polizei passierten den Grenzübergang Orasje, innerhalb der ersten sechs Monate, insgesamt 2.127.957 Personen und 932.717 Transportmittel. Menschen aus Kroatien und Serbien reisen an, um ihre Einkäufe in Bosnien-Herzegowina zu erledigen. Einer der Gründe für die grenzüberschreitenden Shopping-Touren ist die Mehrwertsteuerrückerstattung auf die erworbenen Waren, die in Bosnien mit 17 Prozent berechnet wird. Ausländische Staatsangehörige, die keinen Wohnsitz in diesem Land haben, weisen den Zollbeamten die Waren und Rechnungen nach, sowie ein Formular für die Steuererklärung.

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Die amerikanische Ölfirma Amoco und das britische Consultingunternehmen „Exploration Consultants Limited“ haben im Jahr 1989 Rechte zur Suche nach Erdöl in Bosnien-Herzegowina erworben. Sollte Bosnien die Karten richtig ausspielen, könnte das Land die Wiege Europas für das schwarze Gold werden.

 

Steuerrückerstattung in Bosnien-Herzegowina wird auf Waren im Wert von mindestens 50 Euro erlassen. Darunter zählen nicht alkoholische Getränke, Tabakwaren oder Motoröl. Treibstoff, Medikamente, Möbel, Kleidung, Schuhe und Baby-Sachen werden am meisten in Bosnien eingekauft. Aber auch Dienstleistungen wie Automechaniker oder Friseure werden in Anspruch genommen. Zum gefragtesten Gut zählt Tabak, dass man in Orasnje für rund 16 Euro pro Kilo erwerben kann.