Neun Monate, null Importe: Ein bosnisches Unternehmen hat ein Sturmgewehr entwickelt, das die Rüstungsbranche aufhorchen lässt.
Bosnien und Herzegowina hat auf der Rüstungs- und Militärmesse „Balkan Shield 2026″ in Sarajevo ein bemerkenswertes Zeichen gesetzt: Das Unternehmen AC Unity aus Gorazde präsentierte dort die AC AR-15 – das erste Sturmgewehr, das vollständig im eigenen Land gefertigt wird. Sämtliche Komponenten der Waffe entstehen in Bosnien und Herzegowina, was die Präsentation zu einem symbolisch wie industriepolitisch bedeutsamen Moment macht.
Das 2015 in der Industriezone Vitkovići gegründete Unternehmen ist kein Neuling in der Rüstungsindustrie: Bereits 2017 entwickelte AC Unity mit der Maschinenpistole AC Alfa SMG eine erste bosnische Gewehrserie, die in Norwegen alle Tests bestand und einen NATO-Code erhielt.
NATO-Standards erfüllt
Das Gewehr basiert auf der bewährten M4/M16-Plattform und ist im Kaliber 5,56 × 45 Millimeter ausgelegt. Entwickelt und produziert wurde es konsequent nach MIL-SPEC- und NATO-Standards. Bemerkenswert ist dabei der Zeitrahmen: Vom ersten Entwurf bis zum fertigen Prototyp vergingen lediglich neun Monate.
Technischer Direktor Ermin Bekto erläuterte die Ausrichtung des Projekts: „Die neue AC AR-15 wurde nach MIL-SPEC- und NATO-Standards entwickelt, um Bosnien und Herzegowina auch international zu präsentieren.“ Zugleich betonte er, dass das Gewehr bewusst robust konstruiert worden sei und unterschiedlichen Wetterbedingungen standhalten solle. Dass diese Anforderungen nicht nur auf dem Papier bestehen, belegen bereits abgeschlossene Tests unter klimatisch anspruchsvollen Bedingungen im Nahen Osten – ein Umstand, der das Interesse internationaler Partner zusätzlich befeuert.
Internationale Ambitionen
AC Unity verfolgt mit der AC AR-15 ein Ziel, das über den heimischen Markt weit hinausgeht: Bosnien und Herzegowina soll als Hersteller qualitativ hochwertiger Rüstungsgüter auch auf internationalem Parkett wahrgenommen werden. Parallel dazu plant das Unternehmen eine zivile Variante der Waffe für den bosnischen Binnenmarkt, um sowohl die technologische Präsenz im Inland zu stärken als auch die Produktpalette gezielt zu erweitern.