Drogenvorwürfe, sexuelles Fehlverhalten, Durchsuchungen: In einer Bundeswehr-Kaserne laufen Ermittlungen und ein Vorgesetzter steht im Fokus.
In der Sachsen-Anhalt-Kaserne in Weißenfels sieht sich die Bundeswehr mit einem neuerlichen Skandal konfrontiert. Das dort stationierte Sanitätsregiment 1 steht im Mittelpunkt laufender Ermittlungen, die sowohl mögliche Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz als auch sexuelles Fehlverhalten zum Gegenstand haben. Mit den Untersuchungen befasst sind Wehrdisziplinaranwälte sowie Feldjäger, die den Vorwürfen nach Angaben des Verteidigungsministeriums, das die Ermittlungen offiziell bestätigt hat, intensiv nachgehen.
Kasernenverbot verhängt
Im Zuge der Untersuchungen wurden Dienstzimmer und Unterkünfte von Soldaten durchsucht; mehrere Betroffene erhielten Kasernenverbot. Besonderes Gewicht hat der Verdacht gegen einen Vorgesetzten, der seine Stellung innerhalb der militärischen Hierarchie dazu genutzt haben soll, intime Kontakte zu einer Rekrutin herzustellen. Generaloberstabsarzt Ralf Hoffmann stellte klar: „Fehlverhalten werde nicht geduldet.“ Zugleich kündigte er an: „Eine kompromisslose Aufklärung wird versprochen.“
Kein Einzelfall
Der Fall in Weißenfels steht nicht für sich allein. Erst vor wenigen Monaten geriet das Fallschirmjägerregiment 26 im rheinland-pfälzischen Zweibrücken in die Kritik, als gegen 59 Soldaten wegen einer Reihe von Verfehlungen – darunter Drogenmissbrauch und sexuelle Übergriffe – ermittelt wurde.