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Elektronik-Beben

Chinesischer Online-Gigant übernimmt MediaMarkt

Chinesischer Online-Gigant übernimmt MediaMarkt
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Der chinesische E-Commerce-Gigant JD.com greift nach der Kontrolle über Ceconomy und damit nach den bekannten Elektronikketten MediaMarkt und Saturn. Über seine deutsche Tochtergesellschaft Jingdong Holding Germany GmbH unterbreitet der Konzern den Aktionären ein freiwilliges Übernahmeangebot von 4,60 Euro je Aktie. Diese Offerte bewertet die Düsseldorfer Elektronikhandelskette mit insgesamt 2,23 Milliarden Euro. JD.com selbst zählt mit einem Jahresumsatz von 140 Milliarden Euro zu den führenden Einzelhändlern Chinas und hat sich besonders im Bereich des Onlinehandels sowie effizienter Lieferketten einen Namen gemacht.

Das deutsche Bundeskartellamt hat der Übernahme am Donnerstag grünes Licht gegeben. In seiner Begründung erklärte Behördenpräsident Andreas Mundt: „JD.com ist bislang nur in sehr geringem Umfang in Deutschland aktiv. Der Zusammenschluss gibt keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken.“ Gleichzeitig wies die Wettbewerbsbehörde darauf hin, dass das Bundeswirtschaftsministerium die Transaktion noch unter sicherheitspolitischen Gesichtspunkten prüfen könnte und möglicherweise auch eine Zustimmung der EU-Kommission erforderlich sei.

Aktionärsstruktur und Finanzierung

Nach der Übernahme wird JD.com eine dominierende Stellung bei Ceconomy einnehmen: Der chinesische Konzern sichert sich über unwiderrufliche Zusagen und die Beteiligung der Gründerfamilie Convergenta insgesamt 57,1 Prozent der Anteile. Dabei behält Convergenta rund 25,4 Prozent und JD.com kontrolliert 31,7 Prozent direkt. Die Management- und Aufsichtsgremien von Ceconomy empfehlen den Aktionären einstimmig die Annahme des Angebots. Unabhängige Fairness-Gutachten von Lazard und J.P. Morgan bewerten den Preis von 4,60 Euro pro Aktie als fair und angemessen.

Die Finanzierung des Deals erfolgt durch einen Akquisitionskredit sowie die Barreserven von JD.com. Die Übernahme ist als strategische Partnerschaft konzipiert, die Ceconomy als eigenständiges Unternehmen mit den Marken MediaMarkt und Saturn in Europa erhalten soll.

Zeitplan und Zusagen

Experten aus der Handelsbranche rechnen damit, dass nach der eingehenden Prüfung durch das Bundeskartellamt keine wesentlichen Hindernisse für den Verkauf mehr zu erwarten sind. Der Abschluss der Übernahme ist bis Anfang 2026 geplant. JD.com hat zugesagt, bestehende Betriebsvereinbarungen, Tarifverträge und Standorte für mindestens drei Jahre beizubehalten. Auch die Mitbestimmung im Aufsichtsrat soll in diesem Zeitraum unangetastet bleiben. Geplante Änderungen bei Belegschaft oder Standorten sind laut Vereinbarung nicht vorgesehen.

Für die Verbraucher werden sich durch den Eigentümerwechsel zunächst keine unmittelbaren Änderungen ergeben. Offen bleibt jedoch, ob die etablierten Marken MediaMarkt und Saturn auf lange Sicht selbständig weitergeführt oder eventuell zusammengelegt bzw. strategisch neu positioniert werden. Branchenkenner gehen davon aus, dass beide Handelsketten unter chinesischer Führung eine deutliche digitale Aufwertung erfahren werden – mit optimierten Logistikprozessen, erweiterten Online-Angeboten, einer Integration in das JD.com-Ökosystem und möglicherweise auch einer aggressiveren Preispolitik.

Chinesischer Einfluss

Die Übernahme heizt die Debatte darüber an, ob der wirtschaftliche Einfluss Chinas in Deutschland inzwischen ein kritisches Maß erreicht hat. Während der Deal einerseits frischen Wind in den deutschen Elektronikmarkt bringen könnte, wachsen andererseits die Bedenken hinsichtlich der zunehmenden chinesischen Beteiligungen an deutschen Unternehmen. Der Schritt verschafft JD.com beispiellosen Zugang zum europäischen Markt für eine omnichannel-Expansion und stellt einen bedeutenden Meilenstein für chinesische Investitionen im deutschen Einzelhandel dar.

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KO KOSMO-Redaktion
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