Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Fahndungserfolg

Clan-Krieg in Wien: Mordverdächtiger nach sieben Jahren Flucht gefasst

Clan-Krieg in Wien: Mordverdächtiger nach sieben Jahren Flucht gefasst
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Fast sieben Jahre war er untergetaucht – nun holte ihn ein internationaler Fahndungserfolg in Rimini ein.

Knapp sieben Jahre nach einem Auftragsmord im Herzen Wiens ist es österreichischen Zielfahndern gelungen, einen mutmaßlichen Täter des sogenannten Lugeck-Attentats ausfindig zu machen. Der 33-jährige Montenegriner wurde am Sonntag in der norditalienischen Küstenstadt Rimini von einem Spezialeinsatzkommando der italienischen Behörden festgenommen. Dem Mann wird vorgeworfen, am 21. Dezember 2018 gemeinsam mit weiteren Beteiligten an der Ecke Lugeck/Wollzeile in Wien-Innere Stadt einen Rivalen aus dem Drogenumfeld gezielt getötet zu haben.

Ort des Geschehens

Das Opfer, der 32-jährige Montenegriner Vladimir R., erlitt mehrere Schusswunden an Kopf und Oberkörper und verstarb noch am Tatort. Ein 23-jähriger Begleiter überlebte den Angriff mit lebensgefährlichen Verletzungen. Laut übereinstimmenden Berichten österreichischer Medien ist der 23-jährige Begleiter des Opfers Vladimir R. der Sohn des einstigen Bosses der montenegrinischen Mafia in Novi Sad.

Clan-Fehde als Hintergrund

Die Schüsse mitten im Weihnachtsgeschäft versetzten Wien damals in Schock: Die Innenstadt wurde unvermittelt zum Schauplatz eines Mafia-Konflikts. Nach Einschätzung der Ermittler steht hinter dem Verbrechen eine anhaltende Blutfehde zwischen den montenegrinischen Clans „Kavac“ und „Skaljari“. Auslöser des jahrelangen Konflikts soll ein Kokaindiebstahl aus dem Jahr 2014 sein: Einem der beiden Clans wird angelastet, dem anderen rund 200 Kilogramm Kokain aus einem Lager im spanischen Valencia gestohlen zu haben.

Die daraus entstandene Gewaltspirale forderte seitdem in Montenegro, Serbien und auch in Österreich Dutzende Todesopfer.

Internationaler Ermittlungserfolg

Wie das Bundeskriminalamt mitteilte, erfolgte die Festnahme auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls der Staatsanwaltschaft Wien sowie einer internationalen Ausschreibung wegen Mordes und versuchten Mordes. Der Festgenommene soll dem „Skaljari-Clan“ angehören, während das damalige Opfer dem verfeindeten „Kavac-Clan“ zugerechnet wird. BK-Direktor Andreas Holzer bezeichnete den Zugriff als wichtigen Meilenstein: „Die Festnahme des Tatverdächtigen ist ein bedeutender Erfolg im Kampf gegen die organisierte Kriminalität.“

Ausschlaggebend für das Ergebnis sei das Zusammenwirken der Ermittlungsgruppe „AG ACHILLES“, der Zielfahndung des Bundeskriminalamtes und ausländischer Partnerbehörden gewesen. Im Rahmen dieser Kooperation gelang es, verschlüsselte Kommunikation der Clans zu entschlüsseln und für die Ermittlungen nutzbar zu machen.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen