Bewaffnet, maskiert – und am Ende ohne Beute. Ein Überfall auf das Dorotheum sorgte für einen stundenlangen Großeinsatz in Wien.
Vier Mitarbeiter des Dorotheums in der Währinger Straße wurden von der Polizei befragt, nachdem das Auktionshaus am Donnerstagnachmittag Ziel eines bewaffneten Überfalls geworden war. Alle vier hatten sich zum Zeitpunkt der Tat in dem Geschäft befunden. Kurz nach 15.00 Uhr waren die ersten Einsatzkräfte am Tatort eingetroffen, nachdem Meldungen über eine maskierte männliche Person eingegangen waren, die die Filiale betreten hatte und vermutlich bewaffnet war.
Da zu diesem Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich neben dem Täter noch weitere Personen in den Räumen befanden, leitete die Polizei umgehend einen Großeinsatz ein. Rund um das betroffene Geschäft wurde weiträumig abgesperrt. Umliegende Geschäfte mussten vorübergehend geräumt werden, und Anwohnerinnen und Anwohner konnten ihre Wohnungen für die Dauer des Einsatzes nicht betreten.
Großeinsatz in Wien
Neben Streifenkräften verschiedener Stadtpolizeikommanden waren das Landeskriminalamt Wien, die Landesverkehrsabteilung Wien sowie die Bereitschaftseinheit Wien vor Ort. Zusätzlich wurden Spezial- und Sondereinheiten angefordert, darunter die Polizeidiensthundeeinheit, die WEGA und die Cobra. Im weiteren Verlauf übernahm das Einsatzkommando Cobra unter Einsatz eines Diensthundes die koordinierte Durchsuchung der Räumlichkeiten, wie Polizeisprecherin Irina Steirer erläuterte.
Der Verdacht, der Täter könnte sich noch im Gebäude aufhalten, ließ sich nach stundenlangem Einsatz jedoch nicht bestätigen. Gegen 19.00 Uhr wurde der Einsatz beendet und die Sperren wurden aufgehoben. Verletzte gab es keine.
Täter flüchtete ohne Beute
„Hinsichtlich der Beschreibung des Verdächtigen stimmen die bisherigen Angaben der Zeugen überein“, erklärte Polizeisprecherin Irina Steirer der APA. Das Personal hatte das Geschäft nach dem Überfallsalarm verlassen – kurz darauf flüchtete auch der Täter, allerdings ohne seine Beute. „Am Tatort wurde die mutmaßliche Beute des Tatverdächtigen aufgefunden“, sagte die Sprecherin.
Was genau zurückgelassen wurde, war zunächst nicht bekannt. Die Spurensicherung und -auswertung am Tatort dauert noch an. Laut Steirer sind zudem Videoaufnahmen aus dem Inneren des Geschäfts vorhanden, zu deren Inhalt bislang jedoch keine näheren Angaben gemacht wurden.
Auch der genaue Tathergang ist noch nicht vollständig geklärt.
„Wer den Alarm letztlich ausgelöst hat, ist noch Gegenstand der Ermittlungen“, hieß es weiter.