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Mordversuch

Defektes Feuerzeug bewahrt Frau vor Flammentod – Mann in U-Haft

Defektes Feuerzeug bewahrt Frau vor Flammentod – Mann in U-Haft
FOTO: iStock/Dewitt
3 Min. Lesezeit |

Ein defektes Feuerzeug trennte Leben und Tod – in Klagenfurt steht ein 68-Jähriger wegen versuchten Mordes vor Gericht.

Ein geplatztes Feuerzeug hat in Klagenfurt möglicherweise das Leben einer 51-jährigen Frau gerettet. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen versuchten Mordes gegen einen 68-jährigen deutschen Staatsbürger eingeleitet. Der Vorfall selbst ereignete sich bereits am 29. Juni, gelangte jedoch erst jetzt an die Öffentlichkeit.

Eskalation im Büro

Hintergrund der Tat dürfte ein länger andauernder Konflikt rund um die Mietwohnung des Mannes gewesen sein. Der 68-Jährige soll Mängel in seiner Wohnung beanstandet und gleichzeitig eine vorzeitige Verlängerung seines Mietvertrags angestrebt haben. Als er deswegen das Büro seines Vermieters aufsuchte, traf er dort nicht auf diesen, sondern auf eine 51-jährige Angestellte.

Die Situation eskalierte: Der Mann soll eine mitgebrachte Wärmeflasche geöffnet und die Frau mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen haben. Da sie mit dem Rücken zur Wand stand und der Ausgang versperrt war, hatte sie zunächst keine Möglichkeit zu fliehen. In weiterer Folge soll der 68-Jährige die Frau festgehalten und versucht haben, sie mit einem Feuerzeug in Brand zu setzen – das Feuerzeug versagte jedoch seinen Dienst.

Der 51-Jährigen gelang schließlich die Flucht; sie trug leichte Verletzungen davon und verständigte umgehend die Polizei. Nach Einschätzung der Ermittler deutet vieles darauf hin, dass die Tat gezielt vorbereitet wurde. Der Mann soll sowohl die brennbare Flüssigkeit – vermutlich Ethanol – als auch das Feuerzeug eigens zu dem Termin mitgebracht haben.

Psychiatrisches Gutachten

Das Feuerzeug habe er laut Ermittlungen selbst „verfeinert“, damit es auch nach einem Sturz nicht erlischt. Die Staatsanwaltschaft geht derzeit davon aus, dass der Beschuldigte die Frau tatsächlich anzünden wollte und dabei ihren Tod billigend in Kauf nahm.

Im Zuge der Festnahme wurde die Wohnung des 68-Jährigen durchsucht, wobei unter anderem Waffen und Sprengmittel sichergestellt worden sein sollen. Von der Staatsanwaltschaft liegen dazu bislang keine näheren Informationen vor, da die Auswertung der Funde noch andauert.

Unmittelbar nach dem Vorfall wurde der Mann aufgrund seines Verhaltens und seiner Äußerungen auf die psychiatrische Abteilung des Klinikums Klagenfurt eingewiesen. Einige Tage später erfolgte seine Überstellung in die Justizanstalt Klagenfurt, wo inzwischen Untersuchungshaft über ihn verhängt wurde.

Ob es letztlich zu einer Anklage kommt, hängt vom Ergebnis eines psychiatrischen Gutachtens ab. Dieses soll klären, ob der 68-Jährige zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig war oder ob eine Einweisung in eine forensisch-therapeutische Einrichtung in Betracht kommt.

Für den Mann gilt die Unschuldsvermutung.

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KO KOSMO-Redaktion
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