Home Aktuelles
Demografie

Demografische Zeitbombe: Österreich schrumpft ab 2030

alter Mann
Foto: iStock

Österreichs Bevölkerungskurve erreicht 2030 ihren Zenit mit 9,4 Millionen Menschen, bevor der demografische Trend umschlägt. Die Gesellschaft altert unaufhaltsam.

Österreichs Bevölkerungszahl wird nach aktuellen Berechnungen der Statistik Austria zunächst anwachsen und einen Höchststand von 9,4 Millionen im Jahr 2030 erreichen. Danach prognostizieren die Demografieexperten einen Rückgang auf 9,1 Millionen Einwohner bis zum Jahr 2080. “Dann wird mit etwa 9,4 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern der Höchststand erreicht sein, bevor die Bevölkerungszahl bis 2080 auf voraussichtlich 9,1 Millionen zurückgeht”, erläuterte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin. Diese demografische Entwicklung geht Hand in Hand mit einer fortschreitenden Alterung der Gesellschaft.

Der demografische Wandel zeigt sich besonders deutlich in der Altersstruktur: Der Anteil der Senioren ab 65 Jahren wird von derzeit 20 Prozent auf über 26 Prozent im Jahr 2040 ansteigen. Die Bevölkerungszunahme bis 2040 speist sich laut den Statistikern ausschließlich aus Zuwanderung. Die Experten rechnen langfristig mit einem jährlichen Wanderungsplus zwischen 28.000 und 43.000 Personen.

⇢ Wohnungskrise verschärft sich: 20 Prozent weniger Neubauten in Wien

Ab einem gewissen Zeitpunkt wird dieser Zuwachs jedoch nicht mehr ausreichen, um die negative Geburtenbilanz – also den Überschuss an Sterbefällen gegenüber Geburten – auszugleichen, wie Lenk gemeinsam mit Pauline Pohl, der Projektleiterin für demografische Prognosen bei Statistik Austria, darlegte.

Geburtendefizit wächst

Schon in naher Zukunft werden in Österreich mehr Menschen sterben als geboren werden. Die Statistiker erwarten bis 2040 ein Geburtendefizit von etwa 23.000. Die Prognose von Lenk und Pohl vom Mittwoch zeigt, dass in 15 Jahren mit mehr als 2,46 Millionen Menschen über 65 Jahren zu rechnen ist.

Gleichzeitig dürfte die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter bis 2040 um rund 256.000 sinken. Der Anteil der jungen Generation unter 20 Jahren an der Gesamtbevölkerung verringert sich dagegen nur geringfügig – von 19,2 Prozent im vergangenen Jahr auf 17,3 Prozent im Jahr 2040.

Regionale Unterschiede

Das für 2040 vorhergesagte Bevölkerungswachstum von 2,5 Prozent verteilt sich höchst unterschiedlich auf die Bundesländer. Die Statistik Austria erwartet besonders in Wien überdurchschnittliche Zuwächse durch Migration. Aktuell entfällt mehr als ein Drittel der internationalen Zuwanderung nach Österreich auf die Bundeshauptstadt.

⇢ Immobilien-Schock: Nach Preissturz kommt die Teuerungswelle

Neben Wien mit einem prognostizierten Plus von 9,2 Prozent werden auch für Vorarlberg (plus 3,7 Prozent), Oberösterreich (plus 2,2 Prozent) und Niederösterreich (plus 1,5 Prozent) Bevölkerungszuwächse erwartet. Kärnten hingegen muss mit einem Bevölkerungsrückgang von 3,5 Prozent rechnen. In den übrigen Bundesländern dürfte die Einwohnerzahl nach dem Hauptszenario der Bevölkerungsprognose weitgehend konstant bleiben.

Pohl wies darauf hin, dass demografische Vorhersagen naturgemäß mit gewissen Unsicherheiten verbunden sind. Die Statistiker haben daher verschiedene Szenarien durchgerechnet.

Dennoch zeigen die Vergleiche, dass selbst ein deutlicher Anstieg der Geburtenrate kombiniert mit verstärkter Zuwanderung den Alterungsprozess der österreichischen Bevölkerung nicht aufhalten könnte.