Ein Powernap zu Mittag könnte sich positiv auf das Gehirn auswirken und sogar das Risiko für Demenz senken – das legt zumindest eine neue Studie nahe. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass durch regelmäßige Mittagschläfchen das Gehirn länger größer bleiben kann. Dies ist insofern interessant, als dass mit dem Alter die Hirnmasse kontinuierlich abnimmt, was bei einer Demenz-Erkrankung zu einem besonders raschen Verlust an Hirngewebe führt.
Die Studie, durchgeführt von einer Forschungsgruppe des britischen University College London und der University of the Republic in Uruguay, knüpft an frühere Untersuchungen an, die vermuten ließen, dass Schlafprobleme eine Rolle beim beschleunigten Hirnschwund spielen könnten. Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen, die regelmäßig ein Nickerchen machen, im Durchschnitt ein um 1,3 Prozent höheres Gehirnvolumen aufweisen.
Das Forschungsteam analysierte die DNA-Proben von über 35.000 Menschen im Alter von 40 bis 69 Jahren und fand heraus, dass bestimmte genetische Veranlagungen dazu führen, dass manche Menschen eher bei Tageslicht einschlafen. Das bedeutet, dass sie aufgrund ihrer DNA eher dazu neigen, tagsüber einen Powernap zu machen. Genau diese Personen wiesen bei der Studie ein größeres Hirnvolumen auf. Konkret ergaben die Untersuchungen mittels Scans, dass die Gehirne der Studienteilnehmer, die regelmäßig tagsüber ein Nickerchen hielten, um 2,6 bis 6,5 Jahre jünger aussahen.
30 Minuten Mittagsschlaf
Die Leiterin der Studie, Dr. Victoria Garfield, erklärt: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass für einige Menschen kurze Nickerchen dazu beitragen, die Gesundheit des Gehirns im Alter zu erhalten – und das ist potenziell positiv für die Demenzprävention.“ Allerdings betont sie auch, dass der Mittagsschlaf nicht aus dem Ruder laufen sollte. In der Studie empfehlen die Forschenden einen Schlaf am frühen Nachmittag von weniger als 30 Minuten, da dieser das Gehirn vor einer Verschlechterung schützen kann, die durch zu wenig Schlaf in der Nacht entsteht.
Ob sich die Vorteile eines Nickerchens auch bei Menschen ohne genetische Anlage entfalten, ist allerdings unklar. Um die These zu stützen, sind daher weitere Studien nötig. Die Ergebnisse dieser Untersuchung liefern jedoch einen interessanten Ansatzpunkt für zukünftige Forschungen und könnten dazu beitragen, die Prävention und das Verständnis von Demenz weiter voranzubringen.