Die erste Hitzewelle des Jahres erreicht ihren Höhepunkt mit Temperaturen von bis zu 35 Grad Celsius und einer drückenden Luftfeuchtigkeit. Die Belastung für die Bevölkerung steigt, während die Zahl der Hitzetage dramatisch zunimmt und hitzebedingte Krankenhausaufenthalte sowie Todesfälle zunehmen.
Die erste Hitzewelle des Jahres erreicht am Donnerstag ihren Höhepunkt mit Temperaturen von bis zu 35 Grad Celsius. Die Belastung für die Bevölkerung wird durch die sehr hohe Luftfeuchtigkeit noch verstärkt. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Zahl der Hitzetage, also Tage, an denen mindestens 30 Grad gemessen werden, in Österreich vervielfacht, teilweise auf mehr als 40 Tage pro Jahr.
Belastung für den Körper
Solche Hitzewellen haben ernste Konsequenzen für den menschlichen Körper, da Belastungen, Krankenhausaufenthalte und hitzebedingte Todesfälle drastisch zunehmen. Der Behaglichkeitsbereich eines bekleideten Menschen im Ruhezustand liegt um die 23 Grad Celsius. Bei sehr hohen Temperaturen und vor allem langanhaltender Hitze muss der menschliche Körper Schwerstarbeit leisten.
Das Herz-Kreislaufsystem wird stärker beansprucht, was zu Kopfschmerzen, Dehydrierung, Reizbarkeit, Übelkeit, Schwindel, Erschöpfungs- und Schwächegefühl bis hin zu Muskel- und Bauchkrämpfen, Fieber und Kreislaufkollaps führen kann. Betroffen ist die gesamte Bevölkerung, aber insbesondere vulnerable Bevölkerungsgruppen wie ältere und/oder pflegebedürftige Personen, Kinder – insbesondere Säuglinge und Kleinkinder – und schwangere Frauen.
Ärztliche Betreuung
Unsere Auswertungen der langjährigen Zeitreihen zu Hospitalisierungen aufgrund von Hitzeschlägen, Sonnenstich oder Hitzekollaps zeigen, dass in heißen Sommern die Inzidenz dieser Diagnosen durchschnittlich rund 27 Prozent höher ist als in den restlichen Sommern”, erläuterte Andrea E. Schmidt, Leiterin des Kompetenzzentrums Klima und Gesundheit der Gesundheit Österreich GmbH. Zunehmend mehr Menschen benötigen also ärztliche Betreuung aufgrund von Hitzewellen.
Rekordwerte
Extreme Hitzewellen führen auch zu einer höheren Übersterblichkeit aufgrund von kardiorespiratorischen und anderen Krankheiten. “In den Jahren 2017 und 2018, in denen es Rekordwerte an Hitzetagen und Tropennächten gegeben hat, war auch die Hitze-assoziierte Übersterblichkeit deutlich höher als in den Jahren zuvor oder danach”, berichtete Bernhard Benka, Leiter des AGES-Geschäftsfelds Öffentliche Gesundheit. 2017 wurden 375 Hitzebedingte Todesfälle registriert, 2018 waren es 550. Im Vorjahr gab es 231 Hitzebedingte Todesfälle.
Wie man der Hitze entgegenwirkt: Ein ausführlicher Leitfaden
Die Zahl der Hitzetage hat sich im Zeitraum von 1961 bis 1990 und von 1991 bis 2020 vervielfacht. Zum Beispiel gab es in den Landeshauptstädten Österreichs pro Jahr zwischen drei und zwölf Hitzetage. Wobei die Rekorde größtenteils bei 20 Hitzetagen pro Jahr lagen. Im Zeitraum 1991 bis 2020 gab es in einem durchschnittlichen Jahr in den Landeshauptstädten bereits zwischen neun und 23 Hitzetage. Die Rekorde lagen größtenteils bei mehr als 40 Hitzetagen.
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