Während Selenskyj in Florida eintrifft, verschärft sich die diplomatische Dramaturgie: Trump telefoniert mit Putin, bevor er den ukrainischen Präsidenten empfängt.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist am Samstagabend zu entscheidenden Friedensgesprächen in Florida eingetroffen. Das Treffen mit US-Präsident Donald Trump wurde kurzfristig um zwei Stunden vorverlegt und findet nun auf Trumps Privatanwesen Mar-a-Lago statt. Für diplomatische Aufmerksamkeit sorgte die Tatsache, dass Trump nur Stunden vor der Begegnung mit Selenskyj ein Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin führte.
Trump selbst bezeichnete das Gespräch mit Putin auf seiner Plattform Truth Social als „gut und sehr produktiv“, ohne jedoch inhaltliche Details preiszugeben. Der Kreml bestätigte durch Sprecher Dmitri Peskow lediglich, dass die Unterredung stattgefunden habe, machte jedoch ebenfalls keine Angaben zu den besprochenen Themen.
Die Ankunft der ukrainischen Delegation in Florida wurde vom stellvertretenden Außenminister der Ukraine, Serhij Kyslyzja, auf dem Kurznachrichtendienst X mit einem Foto dokumentiert, das ein Flugzeug mit Trumps Namen am Rumpf zeigt. Ursprünglich war das Treffen zwischen den beiden Staatsoberhäuptern für 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit angesetzt worden.
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Friedensplan im Fokus
Im Mittelpunkt der Gespräche steht eine überarbeitete Version des amerikanischen Friedensplans für die Ukraine. Die USA hatten im November einen 28-Punkte-Plan vorgelegt, der jedoch wegen seiner als russlandfreundlich kritisierten Ausrichtung auf Drängen Kiews und europäischer Verbündeter nachträglich modifiziert wurde.
Vor dem mit Spannung erwarteten Treffen verschärfte Moskau den Ton und drohte mit einer Fortsetzung des Krieges. Selenskyj appellierte seinerseits an die internationalen Partner, den Druck auf Russland zu erhöhen. „Die Ukraine unternimmt alles, um den Krieg zu beenden, aber ob es zu Entscheidungen kommt, hängt von den Partnern ab“, erklärte Selenskyj nach seiner Ankunft in den USA.
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Als besonders kritische Verhandlungspunkte gelten die russischen Forderungen nach vollständiger Kontrolle über den Donbass im Osten der Ukraine sowie die Übernahme des Kernkraftwerks Saporischschja. Der ukrainische Präsident kündigte an, genau diese Themen bei dem Treffen in Trumps Residenz ansprechen zu wollen.
Moskaus Drohungen
„Viel kann erreicht werden vor Neujahr“, schrieb er auf X und betonte die Notwendigkeit starker Unterstützung durch die Verbündeten Kiews. Nach Angaben von Selenskyjs Sprecher Serhij Nykyforow ist im Anschluss an die bilateralen Gespräche eine Telefonkonferenz mit europäischen Staats- und Regierungschefs geplant.
Wladimir Putin ließ unterdessen verlauten, Russland werde alle Ziele in der Ukraine militärisch durchsetzen, sollte Kiew keine friedliche Konfliktlösung anstreben. Diese Äußerung folgte auf massive russische Drohnen- und Raketenangriffe. Am Sonntag meldete das Verteidigungsministerium in Moskau zudem die Einnahme weiterer Ortschaften in den Regionen Donezk und Saporischschja.
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Selenskyj erklärte auf Telegram, Kiew strebe eine stärkere Verhandlungsposition an, um eine Verschleppung des Krieges durch Russland zu verhindern. Er habe bereits mit mehreren Partnern der Ukraine gesprochen, um die diplomatischen Prioritäten abzustimmen.
„Morgen, nach dem Treffen mit Präsident Trump, werden wir die Gespräche fortsetzen“, kündigte er an.