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Vernachlässigung

Drei Kinder jahrelang aus Angst vor Corona eingesperrt – Eltern vor Gericht

Drei Kinder jahrelang aus Angst vor Corona eingesperrt – Eltern vor Gericht
FOTO: iStock/eranicle
2 Min. Lesezeit |

Drei Kinder, jahrelang eingesperrt – jetzt hat ein spanisches Gericht das Urteil gegen ihre Eltern gesprochen.

Mehr als dreieinhalb Jahre lang lebten drei Kinder in einem verwahrlosten Haus im spanischen Oviedo vollständig abgeschirmt von der Außenwelt – ohne Schule, ohne Kontakt zu Gleichaltrigen, ohne Tageslicht. Ihre eigenen Eltern hielten sie eingesperrt. Im April 2025 befreite die Polizei die Kinder.

Der Grund für die jahrelange Abschottung soll die Angst vor einer Corona-Infektion gewesen sein. Mit den neunjährigen Zwillingen und ihrem elfjährigen Bruder zogen sich die Eltern in das Haus zurück und unterbrachen jeden Kontakt zur Außenwelt. Erst nachdem eine Nachbarin die Behörden verständigt hatte, wurden die Kinder Ende April 2025 in Sicherheit gebracht.

Erschreckende Zustände

Was die Ermittler bei ihrem Einsatz vorfanden, war nach eigenen Angaben erschreckend: Die Kinder trugen Windeln und schliefen in vergitterten Babybetten, das Haus befand sich in einem desolaten Zustand. Seither sind die drei in einer Betreuungseinrichtung untergebracht. Obwohl sie zwischenzeitlich von ihren Großeltern aus den USA besucht wurden, schließen die spanischen Behörden eine dauerhafte Unterbringung bei diesen aus. Als wahrscheinlichste Lösung gilt derzeit die Vermittlung in eine Pflegefamilie.

Das Provinzgericht Oviedo sprach das deutsche Elternpaar – Melissa S. (49) und Christian S. (54) – wegen psychischer Gewalt und Vernachlässigung ihrer drei Kinder schuldig. Die verhängte Strafe beläuft sich auf zwei Jahre und zehn Monate Haft.

Urteil & Strafen

Vom Vorwurf der Freiheitsberaubung, der deutlich schwerer wiegt, wurden beide jedoch freigesprochen – und entgingen damit einer erheblich längeren Strafe. Die Staatsanwaltschaft hatte für jeden der beiden Elternteile 25 Jahre und vier Monate Freiheitsentzug gefordert. Die Verhandlung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Neben der Haftstrafe ordnete das Gericht weitere Maßnahmen an: Den Eltern wurde das Sorgerecht für drei Jahre und vier Monate entzogen. Jeder Kontakt zu den Kindern ist ihnen untersagt, ein Mindestabstand von 300 Metern muss jederzeit eingehalten werden.

Darüber hinaus wurden sie verpflichtet, pro Kind eine Entschädigungszahlung von 30.000 Euro zu leisten.

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KO KOSMO-Redaktion
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