In Italien bahnen sich strengere Regeln für E-Scooter an. Angesichts mehrerer tödlicher Unfälle wurde eine Reihe von Änderungen in der Straßenverkehrsordnung vom Ministerrat in Rom verabschiedet. Zentral dabei ist die künftige Pflicht für E-Scooter Fahrer, einen Helm zu tragen und eine Versicherung abzuschließen. Dazu kommt die Einführung von Nummernschildern für E-Scooter. Bevor diese Maßnahmen in Kraft treten können, steht noch die Zustimmung des Parlaments aus.
Die neuen Regelungen sehen auch ein Verbot für das Abstellen von E-Scootern auf Gehwegen vor. Verkehrsminister Matteo Salvini äußerte zu diesem Anliegen: „Wir müssen ein bisschen Ordnung schaffen. Das ungeregelte Abstellen von E-Rollern auf Bürgersteigen in Großstädten wie Mailand und Rom ist zu einem wahren Problem geworden.“ Diese Stellungnahme verdeutlicht die Situation, die durch den Boom der E-Scooter Nutzung in den vergangenen Jahren entstanden ist. Die Beliebtheit der E-Roller bei Einheimischen und Touristen hat die Großstädte förmlich mit den Fahrzeugen überschwemmt.
zahlreiche Unfälle
Auf der anderen Seite berichtet die Polizei von zahllosen Unfällen. So kamen allein in Rom in den letzten zwei Jahren sechs Menschen beim Fahren mit dem E-Roller ums Leben. Die Situation ist auch für Fußgänger problematisch, da es bisher keine Vorschriften gibt, wo die E-Scooter abgestellt werden sollen.
Parallel dazu intensiviert die italienische Regierung ihren Kampf gegen Alkohol und Drogen am Steuer. Mit dem Mantra „Keine Toleranz für unter Drogeneinfluss stehende oder betrunkene Fahrer, mit besonderem Augenmerk auf Wiederholungstäter“, zeigt die Regierung Meloni ihre Entschlossenheit. Für Personen, die bereits wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss verurteilt wurden, gilt fortan die 0,0-Promille-Regelung. Zudem ist vorgesehen, Fahrzeuge mit einem „Alcolock“-System auszustatten, das ein Fahren verhindert, wenn der Alkoholtest über Null anzeigt. Bei weiteren Verstößen kann der Führerschein bis zu 30 Jahre entzogen werden. Gleiches gilt für Fahrer unter Drogeneinfluss. Auch hier sind beim ersten positiven Test 20 Tage Führerscheinentzug vorgesehen, bei einem zweiten Verstoß mindestens drei Jahre.
Führerscheinentzug bei Handynutzung
Nicht nur Alkohol und Drogen, sondern auch die Nutzung von Mobiltelefonen am Steuer wird strenger geahndet. Autofahrer, die während der Fahrt ein Mobiltelefon benutzen, müssen mit einem kurzzeitigen Führerscheinentzug von sieben bis 15 Tagen rechnen, sofern sie weniger als 20 Punkte auf ihrem Führerschein haben. Eine weitere Neuerung betrifft Führerschein-Neulinge: Sie dürfen sich erst nach drei Jahren nach Erwerb des Führerscheins ans Steuer von großen Autos setzen.