Das weiße Edelmetall bricht alle Rekorde: Mit über 61 Dollar pro Feinunze erreicht Silber ein historisches Hoch. Seit Jahresbeginn hat sich sein Wert mehr als verdoppelt.
Der Silberpreis hat einen historischen Höchststand erreicht. Am Mittwoch kletterte der Wert einer Feinunze auf 61,61 US-Dollar (52,94 Euro) – ein noch nie dagewesenes Niveau. Die Rallye hat besonders seit Monatsbeginn an Dynamik gewonnen, mit einem Preisanstieg von über acht Prozent. Seit Jännerbeginn hat sich der Wert des Edelmetalls mittlerweile mehr als verdoppelt.
Marktexperten führen den rapiden Kursanstieg der vergangenen Tage auf Investoren zurück, die auf weitere Zinssenkungen in den USA wetten. Für den Abend wird allgemein mit einer Reduzierung des Leitzinses durch die US-Notenbank Fed um 0,25 Prozentpunkte gerechnet. Da Edelmetalle wie Silber keine Zinserträge abwerfen, steigert die Aussicht auf fallende Zinsen deren Attraktivität für Anleger.
Treiber des Anstiegs
Das Handelshaus Heraeus sieht einen weiteren Treiber in der verschärften Zollpolitik der US-Regierung. Befürchtungen hinsichtlich neuer Importabgaben führten zu massiven Silberlieferungen in die USA, was einen Liquiditätsengpass verursachte und die Preise nach oben trieb. Zusätzlich sorgt die starke Nachfrage aus der Photovoltaik-Branche für weiteren Auftrieb am Silbermarkt.
David Wilson, Rohstoffexperte der französischen Bank BNP Paribas, verweist auf die breite Unterstützung des Silbermarktes durch Kleinanleger und Spekulanten. „Ein erkennbarer Aufwärtstrend zieht tendenziell zusätzliches Kapital an“, erklärte er zur aktuellen Marktsituation.
Künftige Entwicklung
Die Edelmetallhändler von Heraeus gehen in ihrer kürzlich veröffentlichten Prognose für 2026 jedoch davon aus, dass der Silbermarkt – ähnlich wie bei Gold – nach der jüngsten Hausse überhitzt ist. Für das kommende Jahr könnte daher eine Konsolidierungsphase bevorstehen.
Heraeus rechnet zudem bei Silber mit deutlich stärkeren Preisschwankungen als bei Gold.