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Überschwemmungen

Erdrutschgefahr in Österreich und am Balkan

Erdrutschgefahr in Österreich und am Balkan
(FOTO: EPA/Ziga Zivulovic Jr.)
3 Min. Lesezeit |

Nach schweren Überschwemmungen stehen mehrere Länder Europas vor erheblichen Infrastrukturschäden. Slowenien wendet sich an internationale Organisationen um Hilfe. Auch in Österreich, Kroatien, Polen, Tschechien und der Slowakei bleiben die Folgen des Unwetters spürbar.

In Slowenien kämpft man gegen die schwerste Naturkatastrophe seit der Unabhängigkeit im Jahr 1991. Evakuierte Dörfer, ein Dammbruch und historische Schäden betreffen zwei Drittel des Landes durch Überschwemmungen. Hunderte Menschen wurden aufgrund von drohenden Erdrutschen in Sicherheit gebracht. Die Regierung hat nun beantragt, technische Unterstützung von der EU und der NATO zu erhalten, um die auftretenden Schäden zu bewältigen.

Gefahr von Hangrutschen

Die Gefahr von Hangrutschen bleibt im Süden Österreichs bestehen, nachdem schwerwiegende Niederschläge aufgetreten sind. In dieser Region kam es zu einem tödlichen Unfall. Unwetter betrafen auch Kroatien, Polen, Tschechien und die Slowakei, wobei die Situation zunächst relativ mild war. Dennoch bleiben Besorgnisse bestehen.

Der Geologische Dienst Sloweniens warnte vor einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von Erdrutschen aufgrund der hohen Bodenfeuchtigkeit. Gestern befanden sich immer noch mindestens sechs Gemeinden in Gebirgsregionen in akuter Gefahr. Anton Preksavec, Bürgermeister von Dravograd an der Drau, einer von Erdrutschen betroffenen Stadt, beschrieb das Geschehen am Wochenende als eine „Apokalypse von wahrhaft biblischem Ausmaß“.

Flut und Schutt am Balkan

Durch die Flut und den Schutt wurden zahlreiche Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten. Helfer versorgten Tausende Menschen per Hubschrauber mit lebensnotwendigen Gütern. Besondere Besorgnis bereitet der steigende Pegel der 450 Kilometer langen Mur, der nicht nur in Slowenien, sondern auch in Kroatien für Unruhe sorgt. Die Mur entspringt in Österreich, fließt durch Slowenien und mündet schließlich in die Drau in Kroatien.

Der slowenische Premierminister Robert Golob schätzte die Gesamtschäden auf mehr als 500 Millionen Euro. Besonders betroffen sind die Verkehrswege und die Energieinfrastruktur sowie Hunderte von Wohngebäuden. Über den EU-Katastrophenschutzmechanismus beantragte Slowenien 30 Bagger verschiedener Größenordnungen und 30 Spezialfahrzeuge zur Regulierung der Wasserläufe. Zudem wurden Ingenieurteams angefordert, um all diese Geräte zu unterstützen.

Feuerwehrleute im Einsatz

In Österreich waren 5000 Feuerwehrleute im Einsatz, unterstützt von Soldaten. Besonders die Bundesländer Kärnten, Steiermark und teilweise Burgenland waren von den Auswirkungen des Unwetters betroffen. In Zollfeld stürzte gestern eine Person in den Hochwasser führenden Fluss Glan und konnte nur noch leblos geborgen werden. Zahlreiche Häuser und Wohnungen, darunter in den Kärntner Gemeinden Brückl und Keutschach, mussten evakuiert werden, da drohende Schlammlawinen aufgrund durchnässter Hänge befürchtet wurden.

reißende Flüsse

In Kroatien verzeichneten die Pegelstände der Flüsse, die aus Slowenien kamen, einen Anstieg. Besondere Sorge galt gestern Abend dem Dorf Mursko Sredisce an der Mur, das sich unmittelbar an der Grenze zu Slowenien befindet. In der Stadt Olsztyn im Nordosten Polens warnten Meteorologen davor, dass Flüsse aufgrund der anhaltenden Regenfälle in dieser Region über die Ufer treten könnten. In Tschechien und der Slowakei führte starker Regen am Wochenende zu einem Anschwellen der Flüsse.

Am Oberlauf der Elbe in Tschechien war gestern die niedrigste Stufe der Hochwasserwarnung aktiv, jedoch erwarteten Meteorologen, dass der Pegel bis heute Mittag steigen würde. Im zentralslowakischen Bezirk Roznava standen am Samstag in einigen Dörfern Straßen, Gärten, Keller und Häuser unter Wasser. Zwar wurde zunächst Entwarnung für die Nacht auf Sonntag gegeben, jedoch prognostizierte das Slowakische Hydrometeorologische Institut (SHMU) außergewöhnlich starke Regenfälle. Die Situation an den Flüssen bleibe somit äußerst angespannt.

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KO KOSMO-Redaktion
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