Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Migrationsabkommen

Fachkräftemangel: Österreich öffnet seine Pforten für indische Staatsbürger

Fachkräftemangel: Österreich öffnet seine Pforten für indische Staatsbürger
(FOTO: iStock/greenleaf123/BKA/Regina Aigner)
3 Min. Lesezeit |

Die österreichische Regierung verstärkt ihre Bemühungen, hochqualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen. Im Zentrum dieser Initiative steht ein bahnbrechendes Abkommen mit Indien, das Außenminister Alexander Schallenberg kürzlich als einen „Meilenstein“ in den bilateralen Beziehungen pries.

Während eines Besuchs in Indien im Mai 2023, unterzeichnete Schallenberg gemeinsam mit seinem Amtskollegen Subrahmanyam Jaishankar das sogenannte „Migrations- und Mobilitätsabkommen„. Die Vereinbarung zielt darauf ab, die Rahmenbedingungen für die Mobilität indischer Fachkräfte nach Österreich zu erleichtern und gleichzeitig einen effizienten Mechanismus zur Rückführung jener Personen zu etablieren, deren Aufenthaltsgenehmigungen abgelaufen sind.

Zusammenarbeit auf dem Prüfstand

Das Abkommen stellt eine beidseitige Verpflichtung dar: Österreich öffnet seine Türen für das Know-how indischer Spezialisten, während Indien die rasche Rücknahme seiner Staatsbürger garantiert, falls deren Aufenthaltsrechte in Österreich enden. Diese Vereinbarung verspricht eine Reduzierung bürokratischer Hürden und eine Beschleunigung der entsprechenden Verfahren.

Schritt in die Zukunft

Die Entscheidung, sich gezielt um Fachkräfte aus Indien zu bemühen, reflektiert den globalen Trend der talentbasierten Migration und unterstreicht Österreichs Ambition, eine attraktive Adresse für internationale Experten zu sein. Die Initiative trägt nicht nur dazu bei, den Fachkräftemangel in Schlüsselbranchen zu adressieren, sondern fördert auch den kulturellen und wissenschaftlichen Austausch zwischen den beiden Nationen.

„Meilenstein in den Beziehungen“

Außenminister Alexander Schallenberg nannte das „Migrations- und Mobilitätsabkommen“ von 2023 einen „Meilenstein in den Beziehungen“ zwischen Indien und Österreich. Der Vertrag mit Indien sieht vor, dass Österreich hochqualifizierte indische Fachkräfte aufnimmt und Indien seine Staatsbürger, deren Aufenthaltsrechte abgelaufen sind, schnell zurücknimmt. Schallenberg betonte, dass indische Arbeitskräfte über die Rot-Weiß-Rot-Karte gezielt nach Österreich kommen sollen, um dortige Fachkräftelücken zu schließen.

Rot-Weiß-Rot-Karte

Ein Jahr später stieg die Zahl der erteilten Rot-Weiß-Rot-Karten auf 3258, doch nur 205 davon gingen an indische Staatsbürger, ähnlich wie im Vorjahr. Stattdessen nahm die Zahl der Anträge aus China stark zu, vermutlich aufgrund des Endes der Corona-Beschränkungen dort. Der Zuwachs bei indischen Fachkräften blieb also begrenzt, obwohl die türkis-grüne Regierung administrative Erleichterungen eingeführt hatte.

Das Abkommen selbst änderte rechtlich nichts Wesentliches, sondern sollte die reguläre Arbeitsmigration fördern. Experten wie der Wiener Anwalt Wilfried Embacher betonen, dass strukturelle Maßnahmen nötig sind, um Fachkräfte erfolgreich zu rekrutieren. Trotz Bemühungen der Austrian Business Agency (ABA) und des AMS fehlen weiterhin effektive Vermittlungsstrukturen, und viele Unternehmen finden keine passenden Verbindungen im Ausland.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen