Psychologische Tricks und manipulative Designelemente locken Konsumenten in die Kauffalle. Vor dem Black Friday warnen Experten vor den unsichtbaren Verführern im Online-Handel.
Das Weihnachtsgeschäft gewinnt zunehmend an Dynamik, besonders mit dem bevorstehenden Black Friday in der kommenden Woche. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch machte Konsumentenschutzlandesrätin Susanne Rosenkranz ihre Position deutlich: „Der Black Friday soll kein schwarzer Tag werden. Wir wollen vor bösen Überraschungen schützen.“ Sie betonte dabei die Bedeutung präventiver Maßnahmen und Aufklärungsarbeit. Gemeinsam mit dem Verein „pro Konsument“ warnt die FPÖ-Landesrätin vor psychologischen Manipulationstechniken, die Verbraucher zu unüberlegten Einkäufen verleiten können.
Wer regelmäßig Online-Einkäufe tätigt, kennt vermutlich Hinweise wie „Fünf Personen schauen sich dieses Produkt gerade an“, „bis zu 90 Prozent Rabatt“ oder „nur mehr ein Produkt verfügbar“. Diese Strategien gehören zu den sogenannten „Dark Patterns“ (manipulative Designelemente) – psychologischen Mechanismen, die gezielt Kaufimpulse auslösen sollen. Auch optisch hervorgehobene Schaltflächen, die zu Abonnements führen, sowie ablaufende Countdowns dienen dazu, Konsumenten zu höheren Ausgaben zu bewegen.
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Digitale Manipulationstechniken
In der digitalen Spielewelt sind diese manipulativen Designelemente besonders verbreitet. Bei kostenlosen Spiele-Apps werden Nutzer durch tägliche Belohnungssysteme, In-App-Kaufoptionen oder permanente Werbeanzeigen zum Geldausgeben animiert. Der Verein „pro Konsument“ weist darauf hin, dass besonders Kinder und Jugendliche für diese Beeinflussungstechniken anfällig sind.
Eine jüngst veröffentlichte Untersuchung der Arbeiterkammer Niederösterreich verdeutlicht die Wirksamkeit solcher manipulativen Gestaltungselemente. Für die Studie wurde eine spezielle Smartphone-Anwendung entwickelt, in der „Dark Patterns“ strategisch platziert wurden, um deren Effektivität zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere jüngere Nutzergruppen leichter beeinflussbar sind. Die Förderung von Medienkompetenz wird daher als entscheidend angesehen.
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Schutz vor Betrug
„Jeder möchte ein Geschäft machen. Laut einer EU-Studie enthalten 97 Prozent der Apps und Websites, die wir nutzen, mindestens einen dieser manipulativen Mechanismen. Und wir bemerken das häufig gar nicht“, warnte Rosenkranz. Isabella Mittelstrasser vom Verein „pro Konsument“ empfiehlt eine vorausschauende Planung: „Was brauche ich wirklich? Und Preise vergleichen und auf Vergleichportale schauen, ob ein Rabatt auch wirklich ein gutes Angebot ist.“ Zudem sollten Verbraucher auf ungewollte Zusatzprodukte sowie versteckte Gebühren für Zoll oder Versand achten.
Um nicht Opfer von betrügerischen Online-Shops zu werden, rät sie außerdem, Kundenbewertungen zu lesen und auf das Vorhandensein eines Impressums zu achten.