Ein Europäischer Haftbefehl, ein Flughafen in Zypern – und ein weiterer Verdächtiger im Netz der Ermittler.
Auf dem Flughafen Larnaka ist ein weiterer Verdächtiger im Zusammenhang mit mutmaßlichen Hamas-Anschlagsplänen in Europa festgenommen worden. Der im Libanon geborene Kamel M. wurde dort am Freitag bei seiner Einreise nach Zypern auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls des Bundesgerichtshofs gefasst. Die deutsche Bundesanwaltschaft bestätigte die Festnahme am Dienstag in Karlsruhe.
Kamel M. wird vorgeworfen, die Übergabe von Munition organisiert zu haben, die zur Vorbereitung von Anschlägen auf jüdische Einrichtungen in Deutschland und Europa dienen sollte. Konkret wirft ihm die Bundesanwaltschaft die Mitgliedschaft in der als terroristische Vereinigung eingestuften Hamas vor. Im August 2025 soll er die Übergabe von 300 Schuss scharfer Munition veranlasst haben.
Ermittlungsserie Hamas
Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen gelangte diese Munition über den bereits im Jänner festgenommenen Mohammad S. an weitere Beteiligte. Ziel des gesamten Vorgehens war demnach die Vorbereitung von Mordanschlägen auf israelische oder jüdische Einrichtungen in Deutschland und anderen europäischen Ländern.
Die Festnahme reiht sich in eine Serie von Ermittlungsverfahren ein, die die deutsche Bundesanwaltschaft gegen mutmaßliche Hamas-Mitglieder führt. Bereits im vergangenen Jahr waren mehrere Männer festgenommen worden, darunter drei Verdächtige in Berlin sowie der britische Staatsangehörige Mohammed A., der in London gefasst wurde. Letzterem wird vorgeworfen, Waffen nach Wien gebracht und dort gelagert zu haben.
Mohammad S. war im Jänner bei seiner Ankunft am Flughafen Berlin festgenommen worden. Kamel M. soll nun nach Deutschland überstellt und dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.
Im Zuge der Ermittlungen wurde am Sonntag darüber hinaus die Wohnung des Beschuldigten in Berlin durchsucht.