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Krise

Flughafen Wien: Hunderte Beschäftigte könnten ihren Job verlieren

Flughafen Wien: Hunderte Beschäftigte könnten ihren Job verlieren
Symbolbild Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Hunderte Jobs am Flughafen Wien stehen auf dem Spiel – und der neue Auftragnehmer lässt die Betroffenen im Dunkeln tappen.

Für mehrere hundert Beschäftigte von Airline Assistance Switzerland (AAS) läuft die Zeit ab. Am 24. Oktober 2026 läuft die Lizenz von AAS für die Bodenabfertigung am Flughafen Wien aus – der Zuschlag ging an die Joint Sky Services GmbH mit Sitz in Eisenstadt, die ab dem 25. Oktober die Abfertigungsleistungen übernehmen soll. Wie das Luftfahrtmagazin „Austrian Wings“ berichtet, soll der neue Anbieter die Abfertigungsleistungen in rund zwei Monaten vollständig übernehmen.

Ob dabei AAS-Mitarbeiter in nennenswerter Zahl weiterbeschäftigt werden, ist nach wie vor ungeklärt. Angesichts dieser Ungewissheit hat AAS die gesamte Belegschaft beim Frühwarnsystem des Arbeitsmarktservice zur Kündigung angemeldet.

Nerven am Limit

Die Unsicherheit belastet die Beschäftigten seit Monaten. „Das zehrt an unseren Nerven, manche von uns können kaum noch schlafen, sie sind fertig“, schildert eine junge AAS-Angestellte die Stimmung gegenüber dem Luftfahrtmagazin. Während die Zukunft der AAS-Mitarbeiter weiterhin in der Schwebe hängt, schaltet Joint Sky Services auf der eigenen Website bereits Stellenanzeigen.

Ende Juli hatte Geschäftsführer Martin Stift laut „Austrian Wings“ erklärt, eine Übernahme der AAS-Belegschaft sei „geplant“ – allerdings nur „entsprechend je nach möglicher Übernahme der Aufträge“. Eine konkrete Zusage, wie viele Stellen tatsächlich gesichert sind, liegt bis heute nicht vor.

Mit der Anmeldung beim AMS-Frühwarnsystem hat AAS einen weiteren Schritt gesetzt, der die Sorgen der Betroffenen verstärkt. Der Betriebsrat bemüht sich zwar nach wie vor um eine tragfähige Lösung – doch für viele Beschäftigte reicht das nicht aus. „Unser Betriebsrat sagt zwar, dass er ‚zuversichtlich‘ ist, eine Lösung zu finden, aber ich finde es von Joint Sky Services eine Riesensauerei, wie man uns zittern lässt. Das wirkt total unprofessionell“, sagt eine betroffene Mitarbeiterin gegenüber „Austrian Wings“.

Fragen um Joint Sky

Rund um Joint Sky Services selbst werfen einige Details Fragen auf. Das Unternehmen wurde kurz vor der Ausschreibung gegründet und ist in einem Wohnhaus in Eisenstadt ansässig. Bei einem Lokalaugenschein von „Austrian Wings“ fehlten dort sowohl ein Firmenschild als auch ein entsprechender Eintrag auf der Klingel.

Geschäftsführer Stift ist hauptberuflich als Referatsleiter in der burgenländischen Landesregierung tätig und bekleidete 2024 die Funktion des Büroleiters des Burgenländischen Landtages. Die Umstände der Firmengründung und die Auftragsvergabe seien nach aktuellem Kenntnisstand rechtlich nicht zu beanstanden, hält „Austrian Wings“ fest.

Bei der AAS-Belegschaft steigt die Anspannung von Woche zu Woche. Der Übergang soll Ende Oktober vollzogen werden, doch eine verlässliche Perspektive für die Beschäftigten gibt es weiterhin nicht.

Für die betroffenen Mitarbeiter bleibt bis dahin die entscheidende Frage unbeantwortet: Wer darf seinen Arbeitsplatz am Flughafen behalten?

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KO KOSMO-Redaktion
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