Ein Fischsterben erschüttert die Donau-Auen: Über 650 tote Tiere, darunter Exemplare von beeindruckenden 2,40 Metern Länge, fielen Wassermangel und Frost zum Opfer.
In den vergangenen Tagen wurden im Nationalpark Donau-Auen mehr als 650 tote Fische entdeckt. Die Kadaver lagen in einem Altarm im Bereich des Schönauer Wassers. Bei den verendeten Tieren handelt es sich vorwiegend um Silberkarpfen, aber auch Welse und Barsche befinden sich unter den Opfern.
Einige der toten Fische erreichten beachtliche Dimensionen – Berichten zufolge maßen einzelne Exemplare bis zu 2,40 Meter. Aufgrund dieser außergewöhnlichen Größen und Gewichte war für die Bergung teilweise der Einsatz schwerer Gerätschaften erforderlich. Während ein Teil der toten Fische bereits geborgen wurde, könnten sich weitere Kadaver noch unter den Eisflächen befinden.
Ursachen identifiziert
Der massive Fischverlust wird hauptsächlich auf zwei zusammenwirkende Faktoren zurückgeführt: den extrem niedrigen Wasserstand und die anhaltenden Frostperioden. Seit November waren große Teile der betroffenen Gewässerzüge nahezu vollständig ausgetrocknet. Die gleichzeitig herrschenden tiefen Temperaturen führten zur Bildung einer dicken Eisschicht, die den Sauerstoffaustausch zwischen Wasser und Luft verhinderte.
Diese Kombination aus Wassermangel und Sauerstoffknappheit führte letztendlich zum Ersticken der Fische.
Vermeidbare Katastrophe
Obwohl dieses Phänomen in den flachen Gewässern der Lobau grundsätzlich bekannt ist, betrachten Experten es als vermeidbar. Naturschutzorganisationen und Vertreter des Lobaumuseums üben deutliche Kritik und verweisen auf versäumte Gegenmaßnahmen.
Besonders die seit langem diskutierte Anreicherung der Lobau mit Donauwasser hätte das Massensterben nach ihrer Einschätzung verhindern oder zumindest erheblich reduzieren können.