Die Sorge vor einem Blackout schwindet in Österreich deutlich. Laut einer aktuellen Erhebung der Beratungsorganisation EY schätzen die Österreicher das Risiko eines großflächigen Stromausfalls nur noch auf 29 Prozent ein. Gleichzeitig ist die Zahl jener Befragten, die einen landesweiten Stromausfall für höchst unwahrscheinlich halten, merklich angestiegen. Die einst verbreitete Angst vor einem Zusammenbruch der Stromversorgung hat in der Bevölkerung spürbar nachgelassen.
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Fachleute sehen diese Entwicklung kritisch. Sie weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Gefahren keineswegs abgenommen haben – im Gegenteil: Die Zunahme extremer Wetterereignisse erfordere mehr Vorsorge statt weniger. Christina Khinast-Sittenthaler, die den Energiesektor bei EY Österreich leitet, mahnt: „Die empfundene Bedrohung eines breitflächigen Stromausfalls nimmt in der Bevölkerung ab – obwohl sich geopolitischen Spannungen über Cybercrime bis hin zu Netzinstabilitäten nicht verändert haben. Mit der Zunahme von Extremwetterereignissen steigt die Gefahr, dass kritische Teile der staatlichen Infrastruktur wie die Stromversorgung für eine Zeit ausfallen. Es ist wichtig, dass private Haushalte und Betriebe sich vorbereiten und umfassende Vorsorgemaßnahmen treffen.“
Regionale Unterschiede
Die Vorbereitung auf einen möglichen Blackout bleibt in vielen österreichischen Haushalten mangelhaft. Besonders in Wien zeigt sich ein besorgniserregender Trend: Hier ist die Vorsorgebereitschaft am geringsten ausgeprägt. Landesweit hat etwa jeder fünfte Haushalt nicht einmal grundlegende Vorsorgemaßnahmen getroffen.
Im Bundesländervergleich schneiden das Burgenland und Vorarlberg am besten ab – dort haben 88 Prozent der Einwohner zumindest einige Vorkehrungen getroffen. Dahinter folgen Oberösterreich, die Steiermark und Salzburg, während Wien das Schlusslicht bildet.
Sinkende Vorsorge
Das Thema Blackout-Vorsorge verliert offenbar an Dringlichkeit im Bewusstsein der Bevölkerung. Zwar treffen acht von zehn Österreichern einfache Vorsorgemaßnahmen im Haushalt, doch diese reichen nach Einschätzung der EY-Experten für einen echten Notfall nicht aus.
Lediglich drei Viertel aller Haushalte haben überhaupt Vorkehrungen für den Fall eines Stromausfalls getroffen.
„Die empfundene Bedrohung eines breitflächigen Stromausfalls nimmt in der Bevölkerung ab – obwohl sich geopolitischen Spannungen über Cybercrime bis hin zu Netzinstabilitäten nicht verändert haben.“