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Realitätscheck

Goldgrube oder Knochenarbeit? Kellnerin packt über Verdienst-Realität aus

Goldgrube oder Knochenarbeit? Kellnerin packt über Verdienst-Realität aus
(FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Goldgrube Oktoberfest? Während von fünfstelligen Verdiensten der Wiesn-Bedienungen die Rede ist, zeigt ein Blick hinter die Kulissen ein differenzierteres Bild.

Die Realität der Wiesn-Verdienste

Fünfstellige Summen werden oft genannt, wenn es um die Einnahmen der Oktoberfest-Bedienungen geht. Doch die tatsächlichen Verdienstmöglichkeiten auf der Münchner Wiesn (Oktoberfest) sind differenzierter zu betrachten. Barbara Stadler, eine erfahrene Bedienung, relativierte 2022 in der Süddeutschen Zeitung die kolportierten 20.000 Euro – realistischer seien eher 15.000 Euro. Gleichzeitig betonte sie, dass niemand seine konkreten Einnahmen oder Trinkgelder öffentlich macht.

Das Einkommen der Wiesn-Bedienungen setzt sich ausschließlich aus Umsatzbeteiligung und Trinkgeld zusammen – einen festen Stundenlohn gibt es nicht. Für eine verkaufte Maß Bier erhalten die Servicekräfte beispielsweise rund 1,39 Euro Bedienungsgeld, das vollständig versteuert werden muss. Das Trinkgeld macht dabei einen erheblichen Anteil am Gesamtverdienst aus, schwankt jedoch stark je nach Großzügigkeit der Gäste.

Seit 1987 arbeitet Margarete Prijak auf dem Oktoberfest und ordnet die Tätigkeit als „gut bezahlten Studentenjob“ ein. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung weist Sie darauf hin, dass der Verdienst stundenbezogen betrachtet werden muss und die Bedienungen ihre Arbeitsutensilien selbst finanzieren müssen. „Wir sind ja alle quasi selbständig auf der Wiesn“, erläutert Prijak. Die Eigenfinanzierung erstreckt sich auf Arbeitskleidung, Besteckgeld und die notwendigen Tabletts.

Hohe Startkosten schmälern den Verdienst

Bevor eine Bedienung überhaupt den ersten Euro verdient, muss sie erheblich in Vorleistung treten. Für Arbeitskleidung, Besteckgeld, Tabletts und oft auch die Unterkunft während der zweiwöchigen Festzeit sind mindestens 1.500 Euro Startkapital erforderlich. Diese Kosten relativieren die oft zitierten Bruttoverdienste erheblich.

Harte Arbeitsbedingungen

Der Job verlangt den Servicekräften einiges ab: Über 16 Tage hinweg schleppen sie schwere Maßkrüge und bedienen nicht selten alkoholisierte Gäste. Zudem müssen die Kellnerinnen und Kellner für Speisen und Getränke in Vorleistung treten und tragen das volle Risiko bei Glasbruch. Ihre Vergütung basiert auf dem sogenannten Bedienungsgeld, das der Steuerpflicht unterliegt.

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Schwankende Einnahmen

Die tatsächlichen Einnahmen variieren erheblich je nach Einsatzort und Provisionsmodell. Neulinge beginnen ihre Karriere typischerweise im Biergarten, bevor sie in die lukrativeren Festzelte aufsteigen können. Auch Wetterbedingungen spielen eine entscheidende Rolle für den Verdienst – besonders für jene, die im Außenbereich arbeiten.

Der Wiesn-Job erweist sich somit als anspruchsvolle Tätigkeit, bei der die oft zitierten hohen Verdienstzahlen einer genaueren Betrachtung bedürfen.

Die selbständige Arbeitsweise bringt zusätzliche Kosten mit sich, während die tatsächlichen Einnahmen von zahlreichen Faktoren abhängen und stark schwanken können.

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KO KOSMO-Redaktion
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