Höhere Ticketpreise, monatelange Streckensperren und auf manchen Verbindungen bis zu zwei Stunden längere Fahrzeiten: Bahnreisende müssen sich 2027 auf zahlreiche Änderungen einstellen.
Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 steigen bei den ÖBB die Preise für Standard-Tickets der 1. und 2. Klasse sowie für Vorteilscards um durchschnittlich 3,5 Prozent. Die Einstiegspreise der Sparschiene bleiben hingegen unverändert. Ab dem 8. Februar 2027 kommen zudem umfangreiche Bauarbeiten hinzu: Die Sperre des Deutschen Ecks und die gleichzeitige Sperre auf der Tauernstrecke sorgen monatelang für Umleitungen, Ersatzverkehr und längere Reisezeiten.
Sperren & Umleitungen
Besonders einschneidend wird die vollständige Sperre des Deutschen Ecks zwischen Freilassing und Rosenheim. Die Strecke bleibt vom 8. Februar bis 9. Juli 2027 für den Zugverkehr gesperrt. Die ÖBB haben gemeinsam mit der Deutschen Bahn Umleitungs- und Ersatzkonzepte vorbereitet.
Die Auswirkungen unterscheiden sich je nach Reiseziel deutlich. Railjets zwischen Wien und München werden über Passau umgeleitet, wodurch sich die Fahrzeit nach derzeitiger Planung um rund 30 bis 45 Minuten verlängert. Auf Verbindungen Richtung Tirol, Vorarlberg und Zürich sind teilweise deutlich längere Fahrzeiten oder Schienenersatzverkehr notwendig. Nach aktuellem Planungsstand können Richtung Innsbruck rund 90 Minuten und Richtung Zürich bis zu zwei Stunden zusätzliche Reisezeit entstehen.
Parallel dazu wird auch die Tauernstrecke erheblich eingeschränkt. Zwischen Schwarzach-St. Veit und Mallnitz-Obervellach ist die Bahnstrecke vom 8. Februar bis 9. Juli 2027 vollständig gesperrt. Im Mittelpunkt steht die zweite Sanierungsetappe des Tauerntunnels zwischen Böckstein und Mallnitz sowie weitere Arbeiten entlang der Strecke.
Als Ersatz verkehren zwischen Bischofshofen und Spittal-Millstättersee Direktbusse im Stundentakt. Zusätzlich wird zwischen Schwarzach-St. Veit und Bad Gastein ein stündlicher Schienenersatzverkehr eingerichtet. Zwischen Mallnitz-Obervellach und Spittal-Millstättersee fahren Fernverkehrszüge im Zweistundentakt.
Die direkte Weststreckenverbindung zwischen Wien und Salzburg ist von diesen beiden Totalsperren grundsätzlich nicht betroffen. Die ÖBB weisen allerdings darauf hin, dass die Planungen für das Fahrplanjahr 2027 noch nicht vollständig abgeschlossen sind und sich einzelne Verbindungen oder Fahrzeiten noch ändern können.
Mehr ICE-Verbindungen
Für Reisen nach Deutschland gibt es gleichzeitig Verbesserungen. Nach Abschluss der Generalsanierung zwischen Passau und Nürnberg kehren die ICE-Verbindungen von Österreich über Passau nach Nürnberg, Frankfurt, Dortmund und Berlin zurück. Zusätzlich wird ein weiteres ICE-Zugpaar am Tagesrand zwischen Wien und Dortmund angeboten. Insgesamt sind ab dem Fahrplanwechsel zehn ICE-Verbindungen von Wien nach Nürnberg vorgesehen.
Auch für Reisende Richtung Balkan gibt es eine wichtige Neuerung: 2027 soll erstmals seit 2019 wieder eine direkte Bahnverbindung zwischen Wien und Belgrad starten. Geplant sind zwei Züge pro Tag und Richtung mit einer Fahrzeit von rund sechseinhalb Stunden. Der genaue Starttermin hängt allerdings noch von der Zulassung der Strecke in Ungarn ab.