Bunkerbrechende Bomben, gesperrte Meerenge, ein brennender Flugzeugträger – im Persischen Golf spitzt sich die Lage dramatisch zu.
Die Straße von Hormus zählt zu den neuralgischen Punkten der globalen Energieversorgung – eine Meerenge, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels fließt. Rund ein Fünftel des weltweit verschifften Öls passiert täglich diese strategische Wasserstraße. Seit Ausbruch der Kampfhandlungen vor rund zweieinhalb Wochen ist der Schiffsverkehr dort nahezu vollständig zum Stillstand gekommen. Teheran hatte im Zuge der amerikanisch-israelischen Angriffe auf iranischem Territorium wiederholt damit gedroht, Schiffe in der Meerenge anzugreifen.
US-Angriff auf Hormus
Inmitten der laufenden Kriegshandlungen haben die USA nun militärisch reagiert und iranische Raketenstellungen entlang der Straße von Hormus unter Beschuss genommen. Nach eigenen Angaben setzten die US-Streitkräfte dabei bunkerbrechende Bomben des Typs „GBU-72″ ein, um besonders gesicherte Anlagen zu zerstören. Das US-Regionalkommando für den Nahen Osten, Centcom, teilte mit, „mehrere“ der Bomben – jede davon knapp 2,3 Tonnen schwer – seien „erfolgreich eingesetzt“ worden.
Die „GBU-72″ ist für den Einsatz gegen stark befestigte Ziele konzipiert: Sie ist in der Lage, stahlbetonverstärkte Strukturen und unterirdische Bunkeranlagen zu durchdringen. Genau solche Objekte sollen die US-Streitkräfte ins Visier genommen haben. Laut US-Militär richteten sich die Angriffe gegen Stellungen mit Marschflugkörpern, die für den Einsatz gegen Schiffe vorgesehen gewesen seien und „eine Bedrohung für den Schiffsverkehr in der Meerenge“ dargestellt hätten.
Die GPS-gesteuerte Bombe ist in der Lage, meterweit in härtesten Stahlbeton einzudringen.
Unterdessen muss ein Flugzeugträger nach einem Feuer an Bord einen Hafen anlaufen.