Die Straße von Hormus ist fast leer – und wer noch durchdarf, verrät viel über die neue Machtgeografie im Persischen Golf.
Laut Daten des Schifffahrtsdatenunternehmens Lloyd’s List Intelligence passierten zwischen dem 1. und 11. März lediglich 77 Schiffe die Straße von Hormus. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es noch 1.229 – ein Rückgang, der die strategische Bedeutung dieser Meerenge einmal mehr ins Scheinwerferlicht rückt.
Von den 77 Schiffen, die die Durchfahrt absolvierten, entfallen 26 Prozent auf Schiffe mit Verbindung zu Iran. Dahinter folgen griechische Schiffe mit einem Anteil von 13 Prozent sowie chinesische mit 12 Prozent, wie aus den Daten von Lloyd’s List Intelligence hervorgeht.
Teherans Genehmigungen
Öffentlich zugängliche Informationen zeigen, dass Teheran Schiffen aus China, Indien und Griechenland die Durchfahrt genehmigt hat – neben iranischen Schiffen, die die Meerenge naturgemäß ungehindert passieren. Auch ein pakistanischer Aframax-Tanker namens Karachi konnte die Straße von Hormus auf einer von den iranischen Behörden bewilligten Route durchqueren – beladen mit Das-Rohöl aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Weitere pakistanische Schiffe haben die Meerenge bislang nicht passiert.
Indiens Sonderweg
Einen Sonderfall stellt Indien dar: Außenminister Subrahmanyam Jaishankar verhandelte direkt mit Teheran und erwirkte Durchfahrtsgenehmigungen – allerdings unter Begleitung der indischen Marine. Iran erteilt die Genehmigungen derzeit nur fallweise für einzelne Schiffe, während umfassendere Vereinbarungen zwischen Teheran und Neu-Delhi noch ausgehandelt werden.