Start NEWS POLITIK Wird Ahmed Husagić der erste Politiker mit Balkan-Wurzeln im Parlament?
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Wird Ahmed Husagić der erste Politiker mit Balkan-Wurzeln im Parlament?

Ahmed Husagic - Bundesliste
FOTO: KOSMO / Radule Božinović

Unter die ersten 30 von mehr als 460 Bundeslistenplätzen hat es auch der aus Bosnien-Herzegowina stammende SPÖ-Politiker geschafft.

Gestern wurde beim SPÖ-Bundesparteirat nicht nur das Wahlprogramm, sondern auch die Bundesliste für die Nationalratswahl am 15. Oktober beschlossen.

Mit einer überwältigenden Mehrheit von rund 93 Prozent hat die SPÖ bei der gestrigen Sitzung die Bundesliste beschlossen. „Wir sind ein wirklich sensationelles Team“, sagt SPÖ-Chef Christian Kern und fügte hinzu, dass auf dieser Liste Exzellenz, Erfahrung und Erneuerung zusammentreffen würden.

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Seit dem Ende der neunziger Jahre ist die Zahl der Studenten aus dem ehemaligen Jugoslawien, vor allem aus Bosnien-Herzegowina und Serbien, bis heute konstant geblieben.

Den ersten Platz auf der Liste hat, ohne große Überraschung, SPÖ-Chef Christian Kern inne, gefolgt von Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner, Gewerkschafter Wolfgang Katzian, Nationalratspräsidentin Doris Bures, sowie Kanzleramtsminister Thomas Drozda.

Aus den Sozialdemokratischen Reihen war auch zu hören, dass es nach dem 15. Oktober so viele Frauen wie noch nie in den Nationalrat einziehen werden – 44 Prozent der SPÖ-Abgeordneten im neuen Parlament werden Frauen seien.

Ahmed Husagić auf Platz 29
Unter die ersten 30 von mehr als 460 Listenplätzen hat es auch der aus Bosnien-Herzegowina stammende SPÖ-Politiker Ahmed Husagić geschafft.

Und die Chancen, dass er nach der Nationalratswahl im Oktober in das Parlament einzieht, stehen mehr als gut. Bis zum 35. Platz ist für jeden gelisteten Politiker die Chance auf einen Einzug in den Nationalrat theoretisch am höchsten.

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Husagić ist der BKS-Community bestens bekannt, was unter anderem an seinem großen Engagement während den Jahrhundertüberschwemmungen am Balkan im Jahr 2014 liegt. Der junge Politiker ist jedoch auch außerhalb der ex-jugoslawischen Gemeinde ein großer Name, da er unter anderem auch vor zwei Jahren eine große Hilfsaktion für Flüchtlinge organisierte.

KOSMO: Die Chancen, dass Sie als erster Politiker aus der BKS-Community ins Parlament einziehen sind so gut wie nie. Was bedeutet dies für Sie persönlich bzw. die ex-jugoslawische Gemeinde in Österreich?
Ahmed Husagić: Der 29. Platz auf der Bundesliste garantiert keinen direkten Einzug ins Parlament, allerdings ist es keinesfalls ausgeschlossen, dass dies passiert – vorausgesetzt, dass die SPÖ mehr Stimmen als bei den Nationalratswahlen 2013 erhält. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass während der fünfjährigen Legislaturperiode ein Platz im Parlament frei wird – was sehr häufig passiert – welcher dann mit der/dem Nächsten auf der Liste nach besetzt wird. Die Personen, die sich unter den 30 Ersten auf der Liste befinden, haben eine theoretische Chance, ins Parlament einzuziehen. Für mich persönlich würde ein Mandat die Möglichkeit bedeuteten, dass noch mehr für die Menschen getan werden kann.

Was können wir von Ihnen politisch in Zukunft erwarten? Auf welche Bereiche möchten Sie sich fokussieren?
Mit oder ohne Mandat bleibt mein politischer Weg auf Themen fokussiert, welche Menschen mit Migrationshintergrund betreffen und damit verbunden ein gutes Miteinander in Österreich. Auch der Bildungsbereich ist mir ein großes Anliegen, denn Kinder mit Migrationshintergrund haben größere Schwierigkeiten eine höhere Ausbildung zu schaffen. Ein weiterer wichtiger Bereich sind die prekären Arbeitsverhältnisse, da eine große Anzahl an Personen mit Migrationshintergrund in Einzel-Personen-Unternehmen arbeitet. Der dritte Punkt ist, dass die Menschen nicht aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Namens diskriminiert werden. Leider ist das immer noch Realität. Auf der anderen Seite möchte ich mich auch für Maßnahmen einsetzen, welche die demokratische Bildung von Menschen mit Migrationshintergrund zum Ziel haben.

Warum sollten die Menschen bei den Nationalratswahl für die SPÖ stimmen?
Warum sollten die Menschen bei den Nationalratswahl für die SPÖ stimmen?
Jede Bürgerin und jeden Bürger unseres Landes interessiert, ob sie genügend Mittel für ihr eigenes Leben und das ihrer Familie haben, ob ihre Kinder die Möglichkeit auf eine qualitativ hochwertige Ausbildung haben, ob sie sich selbst eine gute Krankenversorgung leisten können, ob PensionistInnen von ihrer verdienten Rente leben können und ob sie in einer Gesellschaft leben werden, in welcher Respekt und Wertschätzung an erster Stelle stehen. Das sind die Sorgen von 95 Prozent der Menschen in Österreich und die SPÖ ist die einzige Partei, welche für diese Interessen der Menschen kämpft. Die Menschen sollen sich das holen, was ihnen zusteht.

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Der gebürtige Wiener hatte seine ersten Berührungspunkte mit Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien der gebürtige Wiener bereits im Teenageralter. Ihre Sprache faszinierte ihn sehr schnell und die Liebe zum Balkan führte ihn bis zum Abschluss des Studiums der Slawistik (B/K/S). Heute ist er ein hervorragender Kenner der Balkangeschichte, der südslawischen Sprachen sowie der kleinsten kulturellen Nuancen der bosnischen, kroatischen und serbischen Dialekte. Mit einem kritischen Blick auf dem Balkan, schreibt er seine Texte aus einer besonderen, transslawischen, internationalen Perspektive, und seine Kritik lässt niemanden unberührt.