Das Gericht bestätigte die Schließung einer Moschee in Traun wegen Verstößen gegen behördliche Auflagen. Bürgermeister Koll betont den Dialog mit islamischen Vereinen und verweist auf schulische Herausforderungen.

In der oberösterreichischen Stadt Traun wurde die Schließung einer Moschee durch Bürgermeister Karl-Heinz Koll von der ÖVP rechtlich bestätigt. Das Landesverwaltungsgericht Oberösterreich entschied, dass die Maßnahme rechtmäßig ist, nachdem es im Vorjahr vermehrt Beschwerden über die Aktivitäten des betreffenden Vereins im Ortsteil St. Martin gegeben hatte. Obwohl das Gebäude offiziell als Bürogebäude genehmigt war, wurde es zu islamischen Gebetszeiten stark frequentiert, was bei den Anwohnern zu Unmut führte. Sie beklagten sich über laute Gebete und Verkehrsprobleme. Eine behördliche Überprüfung ergab, dass ein mit Teppichen ausgelegter Gebetsraum anstelle der genehmigten Büroräume eingerichtet worden war.
Behördlichen Auflagen nicht umgesetzt
Bürgermeister Koll erläuterte, dass es wiederholt Gespräche mit den Vereinsvertretern gegeben habe, um klarzustellen, dass die Nutzung als Moschee nicht genehmigt sei. Dennoch wurden die behördlichen Auflagen nicht umgesetzt, was schließlich zur Schließung im September führte. Der Verein legte Einspruch ein, jedoch bestätigte das Gericht die Schließung mit der Begründung, dass die Vereinsmitglieder größtenteils nicht aus Traun stammen und die Bescheide sowie Betriebszeiten nicht eingehalten wurden.
Gute Gesprächsbasis
Trotz der angespannten Lage betont Koll die gute Gesprächsbasis mit den islamischen Vereinen in Traun. Er ist überzeugt, dass von diesen keine Radikalisierungsgefahr ausgeht. Ein anonymes Schreiben warnte vor Radikalisierung im Islamunterricht. Koll sieht dafür keine Bestätigung. Er weist darauf hin, dass er jedoch die gewünschten Lehrbücher vom Verein Dawa bislang nicht erhalten hat.
70 Prozent der Kinder betroffen
Der hohe Migrationsanteil und der Anteil muslimischer Kinder in den Schulen von Traun wurden im Zusammenhang mit dieser Thematik näher beleuchtet. Koll hebt hervor, dass während des Zuckerfests, dem Ende des Ramadan, bis zu 70 Prozent der Kinder in manchen Schulen fehlen. Zudem konvertieren viele Kinder zum Islam. Um diese Herausforderungen besser zu bewältigen, wird mehr gut ausgebildetes Personal benötigt, insbesondere für den Deutschunterricht.
Bildungsprojekte
Im vergangenen Jahr wurde versucht, Projekte mit der Bildungsdirektion zu realisieren. So soll der Internetkonsum der Kinder, insbesondere auf Plattformen wie TikTok, reduziert werden. Die dafür benötigten Förderzusagen blieben jedoch aus, aber Koll versichert, dass er einen weiteren Anlauf unternehmen wird. Der Obmann des betroffenen Vereins war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
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