Der Großteil der Sozialhilfebezieher lebt in Wien – und stammt nicht aus Österreich. Neue Zahlen zeigen: Das österreichische Sozialsystem wird zunehmend von kinderreichen Migrantenfamilien geprägt, während die arbeitende Mitte die Hauptlast trägt.
Die aktuellen Daten zur Sozialhilfe zeichnen ein eindeutiges Bild. Nur 37,8 Prozent der Bezieher haben einen österreichischen Pass – 62,2 Prozent sind Nicht-Österreicher. Mehr als die Hälfte davon, nämlich 53 Prozent, kommen aus Drittstaaten, weitere 7 Prozent aus EU- oder EWR-Ländern.
Besonders auffällig: 44 Prozent aller Bezieher sind Asyl- oder subsidiär Schutzberechtigte, in Wien sogar 48,8 Prozent. Damit wird die Hauptstadt zum sozialen und integrationspolitischen Brennpunkt des Landes. Zum Vergleich: In Niederösterreich liegt der Anteil der Schutzberechtigten bei 26,5 Prozent.
Kinderreiche Migrantenfamilien prägen das Bild
Rund 36,7 Prozent aller Sozialhilfebezieher sind Kinder oder Jugendliche – bei Asyl- und Schutzberechtigten sogar 44 Prozent, während dieser Anteil bei österreichischen Familien nur 30 Prozent beträgt. Unter den Minderjährigen in der Sozialhilfe sind 70 Prozent Nicht-Österreicher, davon 53 Prozent Schutzberechtigte. Besonders in Wien zeigt sich diese Entwicklung deutlich: Dort leben mehr als die Hälfte (56,7 Prozent) der Kinder von Asyl- und Schutzberechtigten.
Kaum Integration in den Arbeitsmarkt
Über 90 Prozent der Sozialhilfebezieher sind laut Statistik nicht erwerbstätig. Während österreichische Bezieher häufiger pensioniert oder gesundheitlich eingeschränkt sind, handelt es sich bei vielen Migranten um junge, arbeitsfähige Personen – oft mit Kindern –, die dennoch keiner Beschäftigung nachgehen.
Bei österreichischen Staatsbürgern sind:
- 29,5 % Kinder und Schüler,
- 10,7 % Pensionisten,
- 3,3 % mit Kinderbetreuungspflichten,
- 16,2 % nicht arbeitsfähig
- und 37 % erwerbsarbeitslos.
Bei Nicht-Österreichern hingegen:
- 42,7 % Kinder und Schüler,
- 5,9 % Pensionisten,
- 5,3 % mit Kinderbetreuungspflichten,
- 3,6 % nicht arbeitsfähig
- und 39,4 % erwerbsarbeitslos.
Unter Asyl- und subsidiär Schutzberechtigten liegt der Anteil der Kinder mit 45 Prozent besonders hoch. Über 40 Prozent sind erwerbsarbeitslos – obwohl die Mehrheit im erwerbsfähigen Alter ist. 82 Prozent dieser Gruppe beziehen länger als ein halbes Jahr Sozialhilfe, im Schnitt 9,9 Monate – deutlich länger als der Durchschnitt aller Bezieher.
Regierung fordert klare Regeln und Integration
Integrationsministerin Claudia Plakolm (ÖVP) betont, dass die Sozialhilfe ihre ursprüngliche Funktion zunehmend verliere: „Die Sozialhilfe schützt längst nicht mehr jene, die einmal gearbeitet haben, sondern jene, die ohne verpflichtendes Integrationsprogramm nie arbeiten werden. Wer Unterstützung vom Staat erhält, muss auch aktiv an seiner Integration arbeiten und daran, sich und seine Familie selbst zu erhalten.“
Plakolm will gemeinsam mit dem AMS, dem Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) und den Bundesländern ein verpflichtendes Integrationsprogramm starten, um vor allem Schutzberechtigte rascher in Beschäftigung zu bringen. Wien sieht sie dabei in besonderer Verantwortung: „Wien ist gefordert, seine hohen Ausgaben mit mehr Verbindlichkeit zu verbinden.“
Ein System unter Druck
Während österreichische Bezieher häufig krank, in Pension oder alleinerziehend sind, bleiben viele Nicht-Österreicher langfristig im System, ohne in Beschäftigung zu kommen.
Damit verschiebt sich die soziale Balance: Die arbeitende Mitte finanziert zunehmend ein System, das immer weniger auf kurzfristige Hilfe, sondern auf dauerhafte Unterstützung ausgerichtet ist.
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