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Fahrlässigkeit

In den Tod geworfen: Neue Erkenntnisse nach Bungee-Unfall

In den Tod geworfen: Neue Erkenntnisse nach Bungee-Unfall
FOTO: Screenshot X
3 Min. Lesezeit |

Ein Freizeitsprung, sechs Festnahmen und eine verschwundene Kamera – der Tod einer 21-Jährigen zieht immer weitere Kreise.

Maria (†21) glaubte, in guten Händen zu sein. Doch das Vertrauen, das sie den Männern entgegenbrachte, die für ihre Sicherheit hätten sorgen sollen, kostete sie das Leben. Drei von ihnen ließen sie ohne befestigtes Bungee-Seil von einer Brücke springen – in den Tod.

Was als Freizeitabenteuer begann, endete für die 21-jährige brasilianische Studentin Maria in einer Katastrophe: Bei einem Rope-Jump von einer Brücke unweit von São Paulo stürzte sie rund 40 Meter in die Tiefe, weil das rettende Seil schlicht nicht an ihr befestigt worden war. Die Männer, die für ihre Sicherheit verantwortlich gewesen wären, hatten es offenbar vergessen. Noch am Tag des Unglücks wurden drei Personen festgenommen.

Weitere Verhaftungen

Der Vorfall ereignete sich am Samstag, dem 13. Juni. Bereits einen Tag darauf nahm die Polizei drei Männer in Gewahrsam: Maicon Fernandes Cintra (42), Luis Felipe Feliciano Egoroff (32) und Vitor de Freitas Goncalves (27). Gegen alle drei wird wegen Totschlags ermittelt, zudem sollen sie ohne die erforderlichen Genehmigungen tätig gewesen sein.

Am Samstag, dem 20. Juni, vollstreckte die brasilianische Polizei drei weitere vorläufige Haftbefehle – gegen eine 29-Jährige aus Rio de Janeiro, einen 25-Jährigen aus Limeira sowie einen 27-Jährigen aus Indaiatuba, wie der TV-Sender „Globo“ berichtet. „Im Zuge der Ermittlungen wurden Hinweise gesammelt, die auf eine mögliche Unterdrückung von Beweismitteln hinweisen, die für die Ermittlungen relevant sind. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Verschwinden der Kamera, die das Opfer während des Sprungs benutzte“, erklärt der zuständige Delegierte. Darüber hinaus besteht der Verdacht, dass Aufnahmen auf der GoPro-Kamera, die Marias Sturz festhielt, gezielt gelöscht wurden – die Kamera selbst ist bis heute verschwunden. Nach Angaben der Polizei besteht der Verdacht, dass ein Mitarbeiter dem Opfer unmittelbar nach dem tödlichen Sturz die Kamera vom Halsriemen abgenommen hat.

Klare Warnsignale

Währenddessen erhebt ein erfahrener Bungee-Jumper schwerwiegende Vorwürfe: Die Ereignisse, die zu Marias Tod führten, hätten ihren Ursprung weit vor dem Moment auf der Brücke gehabt. Chris Batte, der nach eigenen Angaben seit über 30 Jahren im Bungee-Sport selbständig aktiv ist, bezeichnet den Fall gegenüber der „New York Post“ als „pure Fahrlässigkeit“. Er schildert mehrere Warnsignale, die bereits im Vorfeld des tödlichen Sturzes erkennbar gewesen seien.

„Einer bringt normalerweise das Seil an, der andere kontrolliert. Manchmal macht es der eine, manchmal der andere“, sagte einer der Verdächtigen während eines Verhörs aus. Wer an jenem Tag für welchen Schritt zuständig gewesen sei, will angeblich niemand mehr wissen. „In 99 Prozent der Fälle unterstütze ich lediglich den Ablauf“, behauptet sein Kollege.

Für Batte war ein zentrales Warnsignal in den Aufnahmen das offenkundige Fehlen von Sicherheitsvorkehrungen, die unabhängig vom Bungee-Seil hätten vorhanden sein müssen – darunter ein Verbindungssystem, Fußmanschetten oder Sprunggurt, ein zusätzlicher Körper- beziehungsweise Auffanggurt sowie geprüfte Karabiner und Anschlagpunkte. Er erklärt: „Genau das ist es, was uns alle so sehr bedrückt: dass es so viele Gelegenheiten gab, dieses Mädchen zu retten.“

Sie war die Erste bei der verunglückten Maria. Rayza Dias sprach noch mit ihr.

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KO KOSMO-Redaktion
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