Die griechische Insel Antikythera lockt mit ungewöhnlichem Angebot: Wer kommt, bekommt Geld
Zwischen Kreta und dem Peloponnes liegt ein kleines Paradies, das kaum jemand kennt: Antikythera. Mit nur 45 ständigen Bewohnern kämpft die idyllische Insel in der Ägäis gegen das Aussterben – und greift nun zu außergewöhnlichen Maßnahmen. Die griechisch-orthodoxe Kirche der Nachbarinsel Kythera hat ein Programm ins Leben gerufen, das Familien und Fachkräften kostenlose Unterkunft, Verpflegung und monatlich 500 Euro für die ersten drei Jahre bietet.
Gesucht: Junge Familien
Besonders gefragt: Bäcker, Fischer und vor allem Familien mit Kindern. „Wir brauchen junge Familien, die groß genug sind, um Antikythera lebendig und voller Kinderstimmen zu machen“, erklärt Inselpräsident Andrea Harhalakis. Die Überalterung ist deutlich spürbar – die meisten Einwohner sind über 50 Jahre alt, Kinder gibt es kaum noch.
Wayne Mills, Betriebsleiter beim internationalen Transportunternehmen Seven Seas Worldwide, bestätigt: „Die Insel möchte besonders junge Familien anziehen, um neues Leben und jugendliche Energie zurückzubringen.“ Insgesamt sollen fünf Familien angesiedelt werden, die allerdings vor der Zusage des finanziellen Anreizes ein Auswahlgespräch bestehen müssen.
Bürokratische Hürden
Doch das Projekt steckt in Schwierigkeiten: Die versprochenen Unterkünfte sind wegen bürokratischer Hürden noch nicht gebaut. Bisher konnte deshalb keine Familie das verlockende Angebot annehmen. Interessenten wird geraten, sich bei der Tourismusgemeinschaft von Kythera über den aktuellen Baufortschritt zu informieren.
Das Leben auf Antikythera ist beschaulich und naturverbunden. Die Insel ist per Fähre von Kythera oder vom kretischen Hafen Kissamos erreichbar und bietet traumhafte Strände und mediterranes Klima. Im Winter beschränkt sich die Infrastruktur auf einen kleinen Laden für Grundnahrungsmittel und Gemüse. Immerhin verfügt die Insel über Stromversorgung und Internetanschluss, was ein zeitgemäßes Leben ermöglicht.
Weltberühmt ist Antikythera für den nach ihr benannten antiken Mechanismus – einen griechischen Analogcomputer zur Berechnung astronomischer Konstellationen. Naturliebhaber schätzen die unberührte Landschaft und die reiche Tierwelt; die Insel dient zahlreichen Zugvögeln als wichtige Raststation zwischen Europa und Afrika.
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Trotz der aktuellen Schwierigkeiten bleibt das Angebot bestehen: Wer den Neuanfang wagt, kann Teil einer kleinen, aber herzlichen Gemeinschaft werden – auf einem der verborgenen Schätze der Ägäis.