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Ultimatum

Trump droht Grönland mit Invasion: Ohne Deal „nehmen wir es auf die harte Tour

Trump droht Grönland mit Invasion: Ohne Deal „nehmen wir es auf die harte Tour
FOTO: EPA/BONNIE CASH
3 Min. Lesezeit |

Mit markigen Worten und kaum verhüllten Drohungen untermauert Donald Trump seinen Anspruch auf Grönland. Der US-Präsident sieht in der Arktisinsel ein strategisches Bollwerk.

Trumps Grönland-Ambitionen

US-Präsident Donald Trump bekräftigt seinen Anspruch auf Grönland und schließt dabei auch militärische Maßnahmen nicht aus. Als Begründung für das territoriale Interesse führt er eine potenzielle Bedrohungslage durch Russland und China an.

„Wenn wir nicht handeln, werden Russland oder China Grönland für sich beanspruchen“, erklärte Trump nachdrücklich. „Wir wollen weder Russland noch China als Nachbarn haben“, fügte er hinzu. Der Präsident signalisierte zwar seine Präferenz für eine Verhandlungslösung, ließ jedoch keinen Zweifel an seiner Entschlossenheit: „Gelingt es nicht auf die sanfte Tour, dann eben auf die harte.“

Diese Aussage wird weithin als kaum verhüllte Androhung militärischer Gewalt interpretiert. Trotz deutlicher Kritik auch aus den eigenen Reihen hält das Weiße Haus offenbar an der Option einer Invasion zur Annexion der Insel fest. Auch wirtschaftliche Druckmittel bleiben für Trump eine denkbare Alternative.

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Strategische Bedeutung

Bei einer Veranstaltung im Weißen Haus am Freitag konfrontierte man den Präsidenten mit Berichten über mögliche finanzielle Anreize, mit denen die Bewohner der zu Dänemark gehörenden Arktisinsel für einen Anschluss gewonnen werden sollen. Trump wich der Frage aus und erklärte, er wolle derzeit nicht über finanzielle Aspekte bezüglich Grönlands sprechen.

Mit Nachdruck betonte der Republikaner jedoch, die USA würden „ob es gefalle oder nicht“ in der Grönland-Frage aktiv werden. Unmittelbar vor diesen martialischen Tönen hatte Trump noch seine Friedensbemühungen hervorgehoben.

Auf die Frage einer Journalistin, warum ein Besitz Grönlands notwendig sei, wenn man doch einfach die bestehende Militärpräsenz ausbauen könne, antwortete Trump, die USA müssten die Insel besitzen, um sie verteidigen zu können. Er verwies auf die seit 1951 bestehende Pituffik Space Base im Norden Grönlands und unterstrich die strategische Bedeutung der arktischen Region, in der zuletzt vermehrt russische und chinesische Schiffe gesichtet wurden.

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Militärische Einschätzung

Der ehemalige Bundesheer-General Walter Feichtinger sieht hingegen keine militärische Notwendigkeit für eine US-amerikanische Souveränität über Grönland. In einem APA-Interview betonte er, dass die langjährige Präsenz auf dänischem Territorium bereits ausreichend sei. Eine Annexion könne daher nur politisch motiviert sein.

Einen bewaffneten Konflikt schließt der Militärexperte jedoch aus: „Wenn die USA es darauf anlegen, werden sie Grönland nehmen.“ Feichtinger rechnet mit einem „heftigen Ringen, aber sicher keinem Schießkrieg“ um die Insel.

Eine eventuelle Eingliederung Grönlands in die Vereinigten Staaten würde nach seiner Einschätzung relativ unspektakulär durch eine diplomatische Erklärung erfolgen, möglicherweise begleitet von der Entsendung „einiger Militärs“.

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Von dänischer Seite sei ein entschiedener Protest zu erwarten, verbunden mit einem „Schuss in die Luft“ – einem symbolischen Akt zur Wahrung der völkerrechtlichen Ansprüche auf das Territorium.