Kinder als lebende Schutzschilde – das iranische Regime mobilisiert seine Anhänger auf eine beispiellose Weise.
Verstörende Szenen aus dem Iran: Wenige Stunden vor Ablauf eines Ultimatums, das US-Präsident Donald Trump an das Teheraner Regime gestellt hatte, sind Tausende Regime-Anhänger dem Aufruf der Mullahs gefolgt und haben sich als sogenannte menschliche Schutzschilde rund um Brücken und Kraftwerke im ganzen Land versammelt. Unter ihnen auch Kinder – auf dem Schild eines kleinen Mädchens stand sinngemäß auf Persisch: „Ich opfere meinen Körper dem Vaterland.“
Aufnahmen und Videomaterial der staatlichen Propagandasender zeigen Männer, Frauen und Kinder, die nach eigener Darstellung bereit sind, Infrastruktureinrichtungen mit ihren Körpern vor Angriffen zu schützen. Sie schwenken Fahnen, skandieren Anti-US-Parolen und stimmen sich zu religiösen Liedern sowie Lautsprecheransagen von Klerikern auf eine lange Nacht ein. Die regimetreue Tasnim News Agency schreibt dazu: „Iraner versammelten sich am Dienstag landesweit in großer Zahl und bildeten auf Brücken sowie rund um wichtige Infrastruktureinrichtungen Menschenketten, um mit dieser Demonstration der Geschlossenheit mögliche Terroranschläge der amerikanischen und israelischen Feinde abzuschrecken.“
Menschliche Schutzschilde
Parallel dazu hat Israel am Nachmittag eine weitere Brücke im Iran zerstört und iranische Zivilisten aufgefordert, bis 21 Uhr Ortszeit auf Zugreisen zu verzichten, da sie andernfalls ihr Leben riskierten. Auffällig ist, dass sich besonders viele Frauen vor den für das Regime strategisch bedeutsamen Gebäuden positioniert haben. Der israelische Journalist Ariel Oseran berichtete zudem zu einem Video, das eine Menschenkette vor einem iranischen Kraftwerk zeigt: „Das iranische Regime hat seine Anhänger entsandt, um vor wichtigen Infrastruktureinrichtungen im ganzen Iran Menschenketten/Schutzschilde zu bilden und so deren Bombardierung zu verhindern, unter anderem vor dem Kraftwerk Kazerun in der Provinz Fars im Südiraniran.“
Doch der Aufruf der Mullahs stieß nicht überall auf Resonanz, wie ein weiteres Video belegt, das Oseran auf X veröffentlichte. „Die Revolutionsgarde rief dazu auf, eine Menschenkette um das Kraftwerk Ramin in der Provinz Chuzestan zu bilden, eines der größten Kraftwerke Irans, doch niemand erschien. Die Kraftwerksmitarbeiter wurden gezwungen, vor das Tor zu gehen und sich dort zu versammeln.“
Iran 🇮🇷 is deploying civilian human shields to sites across the country, including the White Bridge in Ahvaz, the Old Bridge in Dezful, the Bistoon power plant in Khermanshah, and the Rajaee power plant in Qazvin pic.twitter.com/GKJ1q2Vr0M
— Aleph א (@no_itsmyturn) April 7, 2026
Rechtlicher Status unklar
Offen bleibt, welchen Einfluss die sogenannte Operation menschlicher Schutzschild auf die für die Nacht erwarteten US-Angriffe haben wird. Befinden sich Zivilisten in unmittelbarer Nähe der anvisierten Ziele, wären US-Piloten nach geltendem Kriegsvölkerrecht eigentlich zum Abbruch ihrer Einsätze verpflichtet. Allerdings handelt es sich bei den versammelten Männern, Frauen und Kindern erkennbar um staatlich mobilisierte Teilnehmer, was ihren rechtlichen Status als Zivilisten erheblich in Frage stellt.
Trump hatte dem Iran kurz vor Ablauf der Frist mit der Vernichtung einer ganzen Zivilisation gedroht.