Die Arbeitslosigkeit in Österreich steigt weiter an – besonders Frauen trifft es hart. Doch inmitten der angespannten Lage zeigen gezielte Fördermaßnahmen erste Erfolge.
Die Arbeitsmarktlage in Österreich bleibt angespannt, wie aktuelle Zahlen belegen. Ende November verzeichnete das Land einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was einem Plus von etwa 16.000 Personen entspricht. Insgesamt sind nun rund 320.350 Menschen ohne Beschäftigung. Die Register-Arbeitslosenquote stieg auf 7,5 Prozent, was einem Zuwachs von 0,3 Prozentpunkten im Jahresvergleich entspricht. Dennoch gibt es einen Lichtblick: Die Beschäftigungszahlen entwickeln sich leicht positiv mit geschätzten 4.000 zusätzlichen Arbeitsverhältnissen.
Der Aufwärtstrend bei der Arbeitslosigkeit hält seit Monaten an und zeigt auch im November keine nennenswerte Verbesserung. Insgesamt waren 399.199 Personen arbeitslos gemeldet oder befanden sich in AMS-Schulungsmaßnahmen – ein Anstieg von 15.236 Personen oder 4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auffällig ist die unterschiedliche Entwicklung zwischen den Geschlechtern: Bei Frauen stieg die Arbeitslosigkeit mit 7,4 Prozent deutlich stärker an als bei Männern, die einen Zuwachs von 3,5 Prozent verzeichneten.
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Bei jungen Menschen fällt der Anstieg der Arbeitslosigkeit mit 2,0 Prozent Ende November 2025 vergleichsweise moderat aus. Besorgniserregend entwickelt sich jedoch die Lehrstellensituation: Die Zahl der Lehrstellensuchenden nahm um 16,6 Prozent zu, was 1.366 zusätzlichen Personen entspricht. Gleichzeitig sank das Angebot an offenen Lehrstellen merklich um 1.251 Plätze. Im Vergleich der Staatsbürgerschaften zeigt sich eine ähnliche Entwicklung – die Arbeitslosigkeit stieg bei ausländischen Staatsangehörigen um 5,3 Prozent, bei österreichischen Staatsbürgern um 5,2 Prozent.
Langzeitarbeitslosigkeit steigt
Die anhaltend schwierige Arbeitsmarktlage führt zu einem deutlichen Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit. Die Zahl der Personen, die mindestens ein Jahr beim AMS vorgemerkt sind, erhöhte sich auf 95.472 – ein Plus von 11.118 Menschen oder 13,2 Prozent. Auf der Nachfrageseite des Arbeitsmarktes verschlechtert sich die Situation ebenfalls: Ende November 2025 waren 71.933 sofort verfügbare Stellen beim AMS gemeldet, was einem Rückgang von 13,2 Prozent entspricht. Der monatliche Zugang an neuen offenen Stellen blieb mit einem minimalen Minus von 1,9 Prozent (698 Stellen weniger) nahezu unverändert.
Der kürzlich veröffentlichte AMS-Gleichstellungsmonitor zeigt, dass gezielte Fördermaßnahmen für Frauen am Arbeitsmarkt Wirkung zeigen. Trotz der schwierigen Gesamtsituation – besonders für ältere Frauen – sind deutliche Fortschritte erkennbar. Obwohl die Frauenarbeitslosigkeit im November 2025 um 7,4 Prozent anstieg, entwickelte sich die Beschäftigung positiv: Im Oktober 2025 wuchs die Zahl der berufstätigen Frauen um 0,6 Prozent im Jahresvergleich. Besonders markant ist der Zuwachs bei Frauen über 60 Jahre mit einem Plus von 28,3 Prozent, was etwa 19.200 zusätzlichen Beschäftigungsverhältnissen entspricht. Damit steigt die Erwerbsbeteiligung älterer Frauen deutlich dynamischer als die der Männer, deren Beschäftigungszahlen insgesamt leicht rückläufig waren (-0,4 Prozent).
Frauenförderung wirkt
Die stufenweise Erhöhung des Regelpensionsalters für Frauen erweist sich als arbeitsmarktpolitische Chance, da ältere Frauen länger erwerbstätig bleiben. Die Statistik verdeutlicht: Von zehn zusätzlich erwerbstätigen Frauen ab 60 Jahren ist nur eine arbeitslos – etwa 90 Prozent stehen in einem Beschäftigungsverhältnis. Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann betont: „Wir wissen, dass die Arbeitsmarktsituation für Frauen in einigen Bereichen besonders schwierig ist. Genau deshalb braucht es zielgerichtete Maßnahmen und echte Unterstützung. Das AMS stellt dafür jedes Jahr rund 670 Millionen Euro bereit. Der neue AMS-Gleichstellungsziele-Monitor macht klar: Diese Investitionen verbessern nicht nur Einkommen, sondern stärken auch die Gleichstellung am Arbeitsmarkt. Frauenförderung wirkt – und sie wirkt nachhaltig.
Die Ergebnisse des Gleichstellungsmonitors belegen, dass Teilnehmerinnen an AMS-Programmen ihre Arbeitsmarktposition deutlich verbessern können. Fast sämtliche untersuchten Maßnahmen zeigen positive Effekte: höhere Beschäftigungsquoten, weniger arbeitsmarktferne Zeiten und verbesserte Einkommensperspektiven. Als besonders effektiv erweist sich das Fachkräftestipendium – nach Abschluss der Ausbildung verzeichneten Frauen durchschnittlich eine monatliche Einkommenssteigerung von rund 600 Euro.
Dies unterstreicht, dass Qualifizierungsmaßnahmen zu den wirksamsten Instrumenten gehören, um die Arbeitsmarktchancen von Frauen nachhaltig zu verbessern und ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit langfristig zu sichern.