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SEXUELLER MISSBRAUCH

Katholische Kirche hat Akten über 613 Missbrauchsfälle von Minderjährigen

(FOTO: iStock/ ChiccoDodiFC)

Die katholische Kirche Italiens hat den ersten Bericht über den sexuellen Missbrauch von minderjährigen und gefährdeten Personen veröffentlicht. Obwhol Akten über 613 Fälle des Missbrauchs von Minderjährigen gesammelt wurden, gehen die Rechtsvertreter der Opfer von einer wesentlich höheren Dunkelziffer aus und bezeichnen den eingeschränkten Umfang der Untersuchungen als schandhaft.

Die katholische Kirche Italiens habe 613 Akten zu Missbrauchsfällen in den vergangenen 20 Jahren gesammelt. Die Akten seien an das Dikasterium für die Glaubenslehre (früher Glaubenskongregation) in Vatikan übermittelt worden, erklärte der Generalsekretär der italienischen Bischofskonferenz (CEI), Giuseppe Baturi, in Rom. Der vorliegende 41-seitige Bericht stelle nur den ersten Teil dar, der die Jahre 2020 und 2021 behandle.

Ein weiterer Bericht soll die in den 2000-er Jahren gemeldeten Fälle umfassen, allerdings wurde nicht bekanntgegeben, wann mit der Veröffentlichung des Berichts zu rechnen ist. Aus dem Bericht für die Jahre 2020 und 2021 geht hervor, dass in diesen Jahren 89 mutmaßliche Opfer sexuelle Belästigung, Geschlechtsverkehr oder unangemessenes Verhalten im Rahmen der Kirche gemeldet haben.

Opfer zwischen 10 und 18 Jahren

Die meisten Opfer waren zum Zeitpunkt des Verbrechens zwischen 10 und 18 Jahre alt. Zudem wurden 68 mutmaßliche Täter gemeldet. Etwas weniger als die Hälfte der Täter sind Kleriker (30), der Rest sind Laien (23) und Pfarrer (15). Im Rahmen der Untersuchung hat die italienische Bischofskonferenz zusammen mit Experten 226 Diözesen befragt, wovon 166 bzw. 73 Prozent teilnahmen, berichtet die DPA.

Hilfe bei Missbrauch

Falls Sie Personen kennen, die unter psychischem, physischem und/oder sexuellem Missbrauch leiden, zögern Sie nicht um Hilfe zu bitten:
• Rat auf Draht, Onlineberatung
• Rat auf Draht: Chatberatung Mo bis Fr, 18 – 20 Uhr
• Rat auf Draht: 147
• Sozialpsychiatrischer Notdienst: 01 / 310 87 79
• Frauenhelpline: 0800 222 555
• Sorgentelefon für Kinder, Jugendliche und Erwachsene: 0800 / 20 14 40
• Psychiatrische Soforthilfe: 01 / 313 30

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